Justiz-Irrsinn: Unrecht hinnehmen ist günstiger

Alles begann am 9. Februar 2007. An diesem Tag soll er mit seinem Auto in einer Feuerwehrzufahrt geparkt haben. Tatort: Offenbach, Waldstraße vor der Apotheke im Bismarckhof. Ein Foto beweist, dass das Auto dort stand und Glogowski streitet nicht ab, dass er dort war.

Aber: "Ich habe gehalten, nicht geparkt", beteuert er. Deshalb akzeptiert er auch nicht das Verwarnungsgeld in Höhe von 35 Euro. Doch der Protest bei der Offenbacher Stadtverwaltung bleibt ergebnislos. Glogowski soll die 35 Euro zahlen, er aber sagt "Nein". So wird aus der Verwarnung ein Bußgeldverfahren und der 47-Jährige zieht vors Offenbacher Amtsgericht. Der Richter glaubt der Aussage Glogowskis, dass dieser nur gehalten habe und verurteilt ihn deshalb nur zu einer Geldbuße von zehn Euro. Freude bei Glogowski, der das Urteil sofort akzeptiert. Auch, dass er als Betroffener die Kosten des Verfahrens trägt. "Der Richter hat mir versichert, dass bei solch einem Wert die Kosten gering sind", berichtet er. Gering bedeutet in diesem Fall 40 Euro. Hinzu kommen 2,94 Euro für die Zustellung. Macht zusammen mit der Geldbuße 52,94 Euro. "Das kann ja wohl nicht sein", war Glogowski erster Gedanke als er ein paar Tage später die Rechnung bekam. Deshalb legte er Rechtsbeschwerde ein. Aber der gleiche Richter der zuvor das Urteil gesprochen hatte, verwarf diese wegen Frist- und Formfehlern. Die Kosten der Rechtsbeschwerde trägt der Betroffene. Zu den 52,94 Euro summierten sich damit weitere 42,94 Euro, so dass sich der Rechnungsbetrag auf 95,88 Euro erhöhte. Glogowski versteht seither die Welt nicht mehr. "Mit Recht hat das doch nichts mehr zu tun", sagt er resigniert. Die Beschwerden haben nicht geholfen. Mit Mahngebühren stieg die Rechnung auf stolze 151 Euro, ein Gerichtsvollzieher sollte den ausstehenden Betrag eintreiben. Der 47-Jährige hat jetzt die Rechnung bezahlt. Die Sache ist damit erledigt. Manfred Beck, Pressesprecher des Offenbacher Amtsgericht, bestätigt gegenüber dem EXTRA TIPP, dass 40 Euro der niedrigste Satz bei den Gerichtskosten ist. Bei kleinen Geldbußen sei da eine gewisse Ungerechtigkeit im Gesetz, so Beck. Für Glogowski kein Trost. Bei ihm bleibt die Erkenntnis zurück, dass Unrecht akzeptieren manchmal günstiger ist.

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