Handys als Abripp-Beute

Jugendiche Räuber haben es auf teure Smartphones abgesehen

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Handy oder Schläge: Wie in dieser nachgestellten Szene rauben Jugendliche anderen Gleichaltrigen die teuren Handys.

Region Rhein-Main – „Straßenräuber flüchtet mit Smartphone“, „Handy geraubt“, Smartphone begehrt“ – drei Überschriften aus den Polizeiberichten in und Um Offenbach der vergangenen Tage. Meist sind Täter und Opfer Jugendliche. Von Norman Körtge

Smartphones haben Markenklamotten den Rang abgelaufen – zumindest wenn es ums sogenannte Abrippen geht. Waren in den achtziger und neunziger Jahren teure Turnschuhe oder Edel-Bomberjacken im Neid-Visier von Jugendlichen, sind es jetzt die hochgerüsteten Handys, die zu den begehrten Statussymbolen gehören. Die kann sich nicht jeder leisten. Das iPhone 5 kostet je nach Ausstattung weit über 600 Euro, das Samsung Galaxy S4 steht dem in nichts nach.

Die meisten Fälle gibt´s bei Jugendlichen

Die meisten Fälle registriert die Polizei unter Jugendlichen, wie Polizei-Pressesprecher Josef Michael Rösch vom Polizeipräsidium Südosthessen bestätigt. So schätzt die 15-Jährige Offenbacherin, der in der Friedensstraße das Handy aus der Hand gerissen wurde, den Täter auf etwa 18 Jahre. In Neu-Isenburg beschreibt das jugendliche Opfer den Täter als zirka 17 Jahre alt. Und der Täter, der vor einer Woche auf dem Schulhof an der Offenbacher Schloßstraße versuchte, ein Handy zu rauben, soll sogar erst 15 Jahre alt gewesen sein.

Die Aufklärung ist schwierig

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„Es ist eine Raubstraftat“, macht Rösch die Schwere des Delikts deutlich. Die Aufklärung sei oft schwierig, da die Täter, nachdem sie das Objekt der Begierde haben, meist nicht mehr in Erscheinung treten. Es sei denn „Kommissar Zufall“ hilft, da Jugendliche oft in den selben Kreisen verkehren und so Opfer und Täter in anderen Zusammenhängen wieder aufeinander treffen könnten.
Eine Ausnahme bildet der kürzlich vermeldete Fahndungserfolg der Offenbacher Polizei: Einen 18 und einen 19 Jahre alten Mann konnte die Polizei nach einem Handyraub fassen. Bei der Vernehmung gestand der 18-Jährige, nicht nur bei neun Raubstraftaten in Offenbach dabei gewesen zu sein, sondern auch sechs Überfälle in Frankfurt verübt zu haben. Die geraubten Handys wurden meist schnell zu Geld gemacht. Besonders dreist: Die beiden Täter gaben ihren Opfern die Handys zurück, falls es sich um billige Modelle handelte.

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