Barrierefreie Sanierung des Griesheimer Bahnhofs geht noch immer nicht voran

Wer ist jetzt am Zug?

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Zumutung: Ohne fremde Hilfe kommen Gehbehinderte nicht die Treppe hoch und runter. Der Bahnhof kann so schnell zur Falle werden

Frankfurt – Rolltreppen? Nein! Ein Lift? Fehlanzeige! Wer an der Haltestelle Griesheim-Bahnhof aus der S-Bahn steigt, muss gut zu Fuß sein. Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen haben Pech, denn die Gleise trennen zwei steile Treppen vom Rest der Welt. Seit Jahren fordern Fahrgäste und Stadtteilpolitiker eine barrierefreie Sanierung. Aber die Beteiligten können sich nicht einigen. Von Mareike Palmy

Die Griesheimer verstehen nur noch Bahnhof. Mittlerweile ist das marode Gebäude samt Unterführung ein Dauerbrenner-Thema. Seit 1997 existiert der Stationsentwicklungsplan für den Griesheimer Bahnhof bereits. Getan hat sich seither aber nichts. Zu viele Beteiligte und zu viele Pläne verderben die Renovierungsmaßnahmen.

Verfahrene Diskussion Bahnhof-Griesheim

„Die Bahn spielt auf Zeit“, sagt Ortsvorsteher Manfred Lipp vom zuständigen Ortsbeirat 6: „Eine Endlosschleife. Ständig wird etwas versprochen, was nicht gehalten wird“, ärgert sich der CDU-Mann. Die Bahn dagegen beteuert: „Die Planungsschritte gehen voran. Im April sollen Entscheidungen fallen. Nur die Stadt muss noch innerhalb ihrer Gremien entscheiden.“ Bei der Stadt Frankfurt sind die Pläne schon konkreter. Mit Geld aus dem Programm „Schöneres Frankfurt“ sollen zumindest die S-Bahnstation und die Unterführung aufgemöbelt werden: „Im Haushalt stehen schon vier Millionen Euro für die optische und funktionelle Aufwertung des Bahnhofs bereit.

Barrierefreiheit am Horizont

Bis 2014 sollen drei Aufzüge das Aufsteigen zu den Gleisen erleichtern und die Unterführung verbreitert werden“, verspricht Mark Gellert, Sprecher des Frankfurter Planungsamts. Jedes Vorhaben muss allerdings immer erst mit der Bahn abgestimmt werden. „Dieser Abstimmungsbedarf macht die Entscheidungsfindung seit Jahren so kompliziert“, sagt Gellert.

(siehe auch „Meine Meinung“, Seite zwei).

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