Es werden immer mehr: Hohe Handy-Rechnungen wegen Internet-Downloads

Jetzt redet Base: Wo bleibt die Eigenverantwortung der Nutzer?

+
So berichtete der EXTRA TIPP über den Fall des Offenbachers Sahin Cafer.

Frankfurt/Offenbach – Der Mobilfunkanbieter Base steht im Fokus der Wut. Nach dem EXTRA-TIPP-Bericht über den Offenbacher Sahin Cafer und seiner Handy-Rechnung über 4190,99 Euro melden sich immer mehr Leser mit gleichen Problemen. Doch das Unternehmen sieht sich im Recht. Von Norman Körtge

Martin Reinicke kann die Fälle nicht nachvollziehen. Der Sprecher des Mobilfunkanbieters Base zeigt deshalb auch kein Verständnis für die Kunden, die für das Unternehmen nachweisbar große Datenmengen aus dem Internet auf ihr Handy geladen haben. Vielmehr appelliert er an die Eigenverantwortung der Nutzer.

So berichtete der EXTRA TIPP über die Base-Opfer.

„Ich kann ja auch nicht an einer Tankstelle vorfahren, volltanken und dann aber zum Tankwart sagen, dass ich nur halbvoll tanken wollte und deshalb auch nur so viel zahle“, versucht Reinicke den Sachverhalt auf ein anderes Beispiel zu übertragen.
Base fahre auch keine Null-Toleranz-Linie. „Wir prüfen alle Fälle sehr genau“, sagt er. Wenn offensichtlich sei, dass ein Fehler passiert ist, dann zeige sich Base auch kulant. So kann Reinicke von einer Offenbacherin berichten, der erst vor kurzem 400 Euro eines höheren Betrages erlassen worden sind, weil sie plausibel nachweisen konnte, dass sie bei der Internetverbindung einen Fehler gemacht hat.
Wenn aber, wie in einem dem EXTRA TIPP vorliegenden Fall eines Frankfurters, mehr als ein Gigabyte über die Handy-Sim-Karte heruntergeladen wird, dann könne wohl kaum von einem Versehen gesprochen werden, meint Reinicke.

Medienrummel um Sahin Cafer

Mehr über denFall Sahin Cafer lesen Sie hier.

Derweil entwickelt sich um den Offenbacher Sahin Cafer ein regelrechter Medienrummel. Nach dem der EXTRA TIPP über seinen Fall berichtet hatte, meldeten sich bei ihm auch andere Zeitungen und sogar ein Fernsehteam interviewte den 22-Jährigen. Er soll 4190,99 Euro an Base zahlen, da er nach eigener Aussage unbewusst große Datenmengen aus dem Internet auf sein Handy geladen haben soll. Dabei wollte er nur, dass ihm ein Mitarbeiter eines Handyladens die fehlende Navigationssoftware auf seinem Handy installiert. Die Sache ist mittlerweile vor Gericht.

Kommentare