Iranisches Folteropfer: Nachbarin will ihr den Hund verbieten

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Rofia Farshger und Hündin Maya im Garten der Wohnanlage.

Frankfurt – Rofia Farshger weiß, was Schmerzen sind. Drei Jahre lang ist die Frankfurterin im Iran gefoltert worden. Auch wenn sich die Wunden von damals geschlossen haben, ihre Seele wird nie heilen. Einziger Halt ist ihre Hündin Maya. Doch eine Nachbarin will nun Hunde in der Wohnanlage verbieten lassen. Farshger: „Die Angst davor ist schlimmer, als jeder Schmerz, den ich bisher erlebt habe.“ Von Christian Reinartz

Rofia Farshger und ihre einjährige Hündin Maya sind in ihrem Leid verbunden. Genau wie Farshger hat Maya Schlimmes hinter sich. Der Welpe sollte eigentlich ertränkt werden. Doch Rofia Farshger fasste sich ein Herz und nahm die kleine Hündin auf. „Seit meiner Zeit im iranischen Evin-Gefängnis kann ich kein Lebewesen mehr leiden sehen“, sagt Farshger. Seit Mayas Rettung sind die beiden deswegen unzertrennlich. Und Maya gefällt es in Bornheim richtig gut. Jeden Tag lässt Farshger sie deshalb auf der Wiese der Wohnanlage herumtollen.

Maya soll zu laut sein

Doch einer Nachbarin passt das nicht. Sie sagt, der Hund wäre zu laut. Deshalb hat sie sich jetzt bei der Nassauischen Heimstätte beschwert. Ihr gehört die Wohnanlage. „Ich habe so große Angst, dass die jetzt ein Verbotsschild für Hunde aufstellen“, sagt Farshger mit zitternder Stimme.

Weil sie seit der Folter Anfang der 80er Jahre Angstzustände hat, kann sie nicht einfach mit Maya in den nächsten Park ausweichen. „Das packe ich nicht“, sagt Farshger: „Dann würde meine Welt zusammenbrechen“ Die Frau, die so unfassbar viel Leid ertragen musste, bekommt Tränen in die Augen: „Ich kann nicht ohne Maya leben.“

Farshger versteht ihre Nachbarin nicht

Verstehen kann sie ihre Nachbarin nicht: „Maya bellt doch nie. Und Gassi gehen wir ums Eck.“ Dazu hat Rofia Farshger immer eine Tüte dabei. „Ich lasse nie einen Haufen einfach liegen“, versichert sie.

In ihrer Verzweiflung schaltet sie den EXTRA TIPP ein. Als der bei der Nassauischen Heimstätte anruft, löst sich der Spuk schnell im Nichts auf. Pressesprecher Jens Duffner: „Alles bleibt beim Alten. Frau Farshger darf weiterhin ihren Hund auf der Wiese spielen lassen.“

Entwarnung: Maya darf weiter im Garten spielen

Aufgrund der Beschwerde habe es mehrere Ortsbegehungen gegeben. Alle Behauptungen der Nachbarin hätten sich jedoch als haltlos herausgestellt. „Wir sehen also gar keine Veranlassung, da etwas zu ändern.“

Die Last, die in diesem Moment von Rofia Farshger abfällt, lässt sie erleichtert aufatmen. Farshger: „Endlich kann ich in Ruhe weiterleben, ohne die Angst, das Liebste, das ich habe, zu verlieren.“

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