Internet-Gangster, das ZK 50 dreht euch den Daten-Hahn zu

Von Florian Gröschbr /Dreieich - Sie breiten sich aus wie eine Seuche: Internet-Gangster.

Durch die Datenleitungen ziehen sie arglosen Kunden das Geld aus der Tasche ohne Waren zu liefern, spähen Bankdaten aus oder - das vielleicht mieseste Verbrechen - versuchen sich mit sexuellen Absichten in Chatrooms mit Kindern zu verabreden. Dabei waren die Gangster mit ihrem Wissen der Polizei meist weit voraus, die Beamten hatten oft das Nachsehen. Das wird sich bald ändern. br /Vergangene Woche stellte Heinrich Bernhardt, Polizeipräsident Südosthessen, das "Internetkommissariat ZK 50" vor. Im Gewerbegebiet Sprendlingen arbeiten nun sieben Internet-Polizisten gegen das virtuelle Verbrechen. Da sie sich nur mit dem Problem Internetkriminalität beschäftigen, soll das Wirken der Beamten wesentlich effizienter sein. Bislang bearbeitete die hessische Polizei solche Fälle auf unterschiedlichen Ebenen.br /Leiter des Kommissariats ist Rainer Lechtenböhmer. Auf ihn und seine Truppe wartet eine Herkules-Aufgabe. Er rechne mit weit über 40 Terrabyte Daten, die die Beamten bearbeiten müssen. Und es werden jedes Jahr mehr.br /Das ZK 50 ist das siebte Kommissariat seiner Art in Hessen, etwa 300.000 Euro hat die Einrichtung gekostet. Jetzt durchforsten die Beamten mit Hochleistungsrechnern das Netz, schon mit ersten Erfolgen. Weil das ZK 50 schon im Aufbau war, machte die Polizei einen Betrüger aus Dreieich dingfest, der in rund 4500 Fällen über Ebay Ware versteigert, dann aber nicht ausgeliefert hat. Eine Million Euro hat er sich damit ergaunert.br /In zwei Gruppen wird im ZK 50 gearbeitet. Die eine verfolgt Straftaten wie das Ausspähen von Bankdaten, genannt Phishing, oder Computersabotage durch Massen-E-Mails. Die andere durchforstet sichergestellte PCs nach Daten in Fällen wie Wirtschaftskriminalität, Stalking oder Kinderpornogra

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