Immer noch Asbest in Seligenstadt: Stadt und Kreis schieben sich Verantwortung zu

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Anwohner haben das im Nachbarsgarten gelagerte Asbest fotografiert.

Seligenstadt – Wochen nachdem der EXTRA TIPP über Asbest berichtet hat, das ohne Schutz in einem Seligenstädter Garten gelagert wird, haben die Behörden immer noch nicht dafür gesorgt, dass der Giftmüll weggeräumt wird. Die Anwohner erheben nun schwere Vorwürfe gegen Stadt und Kreis. Von Christian Reinartz

Die kümmern sich einen Dreck um unsere Gesundheit“, sagt ein Gartennachbar des Asbest-Grundstücks in der Nähe des Seligenstädter Wasserturms. Dort lagert Bauschutt, der mit Asbest verseucht ist, unter freiem Himmel. Nebendran liegen Eternit-Platten aufgestapelt. „Die nehmen unsere Angst im Rathaus doch gar nicht ernst.“

Anders können sich die betroffenen Kleingärtner nicht erklären, warum die Stadt Seligenstadt nichts tut, um den Giftmüll entfernen zu lassen. „Dann müssen sie den Verursacher eben zwingen“, fordern die Nachbarn. Doch im Rathaus scheint man dem tatsächlich keine große Bedeutung zuzumessen. Geschlagene drei Wochen dauert es, bis Bürgermeisterin Dagmar Nonn-Adams folgendes sagt: „Der Kreis ist dafür zuständig. Das ist nicht unsere Sache.“

Haufenweise Asbest in Form von Bauschutt liegt in der Gartenanlage herum.

Dabei hatte der Kreis schon vor Wochen an die Stadt Seligenstadt verwiesen. Man habe den Gartennutzer umfassend über das Asbest und die Versorgungswege informiert, lautete die damalige Antwort von Kreissprecherin Kordula Egenolf: Und weiter: „Weitere ordnungsrechtliche Verfügungen zur Beseitigung des Materials, soweit es dafür eine gesetzliche Grundlage gibt, müssen von der Kommune getroffen werden.“

Die Nachbarn sind deswegen stinksauer: „Die schieben sich da die Verantwortung zu, und währenddessen leben wir hier die ganze Zeit mit dem giftigen Asbest-Schutt.“

Als der EXTRA TIPP die Stadt Seligenstadt damit konfrontiert, kommt endlich Bewegung in die Sache. Auf einmal geht im Rathaus alles ganz schnell. Bürgermeisterin Nonn-Adams: „Das zuständige Umweltamt der Stadt Seligenstadt ist mit dem Besitzer der Gartenanlage so verblieben, dass dieser bis Ende Juli die Eternitplatten fachgerecht entsorgen und den entsprechenden Nachweis gegenüber Stadt und Kreis erbringen wird.“

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