An Frankfurter Kreuzungen

Nervig und verboten: Fensterputz-Masche an der Ampel 

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Mit Wischer und Spülmittel bewaffnet: Illegale Putzkolonnen belästigen Autofahrer an der Ampel an der Mainzer Landstraße in Frankfurt.

Frankfurt – Wer kennt das nicht? Spülmittel auf die Frontscheibe des Autos gekippt, kurz gewischt und alles kommt wieder runter. Die vermeintlich freundlichen Fensterputzer sind nicht aufzuhalten. Einziges Ziel: Ein paar Cent verdienen. Von Angelika Pöppel

Zurzeit sind die illegalen Straßen-Dienstleister wieder an Frankfurter Ampeln unterwegs – das ist nicht nur nervig, sondern auch verboten.

Obwohl die Autofahrer eifrig mit den Köpfen schütteln und die illegale Dienstleistung an der Ampel ablehnen, geben sie nicht auf: Meist aus Osteuropa angereist, versuchen die Fensterputzer auf der Straße Geld zu verdienen. Die Autobesitzer sind meist genervt. Zahlen tuen dennoch die meisten.

„Das Geschäft scheint lukrativ zu sein, sonst würden sie nicht immer wieder kommen“, sagt Michael Jenisch vom Frankfurter Ordnungsamt. Jeden Frühling pilgern illegale Putzkolonnen aus Osteuropa in die Großstädte. Starkbefahrene Knotenpunkte sind ihr Ziel. Derzeit putzen sie eifrig auf der Friedrich-Ebert-Anlage in Frankfurt, an der Ampel bevor die Mainzer Landstraße kreuzt. Autofahrer in Richtung Messe müssen zwangsläufig halten. Und die Straßen-Dienstleister zücken sofort Sprühflasche und Wischer. „Das ist eine beliebte Stelle, aber wir können dort nicht ständig kontrollieren“, erklärt Jenisch. Wenn doch, nimmt die Polizei die Gerätschaften an sich und fordert ein Verwarnungsgeld von 25 Euro.

Die meist Wohnsitzlosen können auch aggressiv gegenüber den Autofahrern werden. „Wenn man nicht zahlt, kann es schon mal sein, dass sie einem den Spiegel eintreten“, sagt Jenisch. Deshalb erklärt der Beamte, wie sich Autofahrer verhalten sollten: „Man sollte klar und deutlich machen, dass man nicht will. Dann ist auch klar, dass sie kein Geld bekommen.“ Und: „Auf keinen Fall für die nicht erwünschte Dienstleistung bezahlen. Das ist zwar nicht strafbar, aber wenn sie kein Geld bekommen, erledigt sich das Problem von selbst.“

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