Hungern wegen hoher Gebühren

Von Christian Reinartzbr /Dreieich - Erich und Helga Englert haben am Monatsende oft nichts mehr zu beißen. Nur 150 Euro bleibt den beiden Sprendlinger Senioren von ihrer monatlichen Rente. Davon müssen sie nicht nur Lebensmittel kaufen, sonsern auch Kleider und Medikamente bezahlen.

Es reicht hinten und vorne nicht. Weil jetzt die Stadt Dreieich eine saftige Erhöhung der Grundsteuer und der Müllgebühren plant, bangen die beiden um ihre Existenz.br /Die Englerts führen ein einfaches Leben. In einem bescheidenen Reihenhaus an der Hugo-Eckener-Straße haben sich die beiden vor 15 Jahren niedergelassen. Zusammen mit ihrem Sohn kauften sie das Haus, nahmen einen Kredit auf.br /Doch mit der Zeit bekam Englert Junior psychische Probleme, verlor seinen Job und lebt seitdem in einer betreuten Wohngruppe. "Die Schulden sind natürlich an mir hängen geblieben", sagt Englert. Er rechnet vor: "Von meinen 1.400 Euro Rente gehen alleine 1.200 für Kredit und Nebenkosten drauf." Dazu kämen noch Telefonkosten und Fernsehgebühren in Höhe von etwa 50 Euro. Von den übrigen 150 Euro könne er sich nicht mal jeden Tag etwas ordentliches zu Essen leisten, so Englert.br /"Wenn jetzt noch die Gebühren steigen, können wir unser Haus nicht mehr halten. Dann sitze ich auf der Straße", sagt Englert wütend: "Die Damen und Herren im Rathaus denken doch gar nicht daran, dass sie mit solch einer Erhöhung ganze Leben zerstören." Englert und seine Frau wollten in dem Häuschen gemeinsam alt werden. Zusammengenommen müssen die Englerts zwar nicht mehr als ein paar Euro pro Monat mehr zahlen. Englert: "Wie sollen wir denn aber mit noch weniger Geld überleben?"br /Englert kann nicht verstehen, warum er zur Kasse gebeten wird: "Die bauen in Sprendlingen zwei teure Kreisel direkt nebeneinander und ich kann mir nicht mal was zu Essen leisten. Da läuft was falsch."br /Der EXTRA TIPP hat deshalb Dreieichs Bürgermeister Dieter Zimmer mit Englerts Fall konfrontiert. "Die Erhöhung der Grundsteuer ist nötig. Aber es kann nicht sein, dass deshalb ein Rentner-Ehepaar aus seinem Häuschen ausziehen muss", zeigte sich der Rathaus-Chef verständnisvoll: "Ich biete Herrn Englert an, sich direkt an mich zu wenden. Ich werde dann gerne mit ihm nach einer Lösung suchen."br /Die Englerts schöpfen nun erst einmal wieder neue Hoffnung: "Der Bürgermeister wird uns bestimmt helf

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