Hundesteuer: Erst verzichtet die  Stadt, jetzt fordert sie 1800 Euro

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Armin Huber ärgert sich, dass die Stadt plötzlich die Steuer für Hündin Ashanti drei Jahre rückwirkend einfordert.

Groß-Zimmern – Armin Huber ist bereit für seine Hündin Ashanti alles zu geben. Doch das, was die Stadt jetzt von ihm fordert verweigert der Rentner: 1800 Euro. Dabei hat die Stadt eigentlich drei Jahre lang freiwillig auf die Hundesteuer verzichtet. Von Christian Reinartz

„Was die Stadt von mir fordert, ist unverschämt“, sagt Armin Huber und tätschelt den Kopf seiner altersschwachen Hündin Ashanti. Sie gilt bei der Stadt als Staffordshire-Terrier-Mischling und damit als gefährlicher Hund. Dabei ist es nicht geklärt, ob ein Stafford enthalten ist. „Auf dem Vertrag, den ich mit dem Tierheim gemacht habe, ist Boxer-Beagle-Mischling angegeben“, sagt Huber. Aber die bei der Stadt haben einfach gesagt, das sei ein Stafford. Doch das regt den Mann gar nicht so sehr auf. Er findet es viel frecher, dass die Stadt „erst jahrelang auf die 600 Euro teure Steuer für gefährliche Hunde verzichtet, nur um sie später in einem Batzen nachzufordern“. Huber: „Das kann doch keiner bezahlen.“ Und er ist offenbar kein Einzelfall. Viele Hundehalter haben ähnliche Bescheide erhalten. „Allein auf meinem morgendlichen Spaziergang treffe ich zwei Besitzer, die dasselbe erlebt haben.“

Bei der Stadt pocht man auf die Verordnung: „Durch die aktuelle Rechtsprechung und die Beschlussfassungender Gemeinde“ sei man angewiesen, die Steuer zu erheben.

Die Juristin einer benachbarten Stadt bringt das Geschehen in Groß-Zimmern auf den Punkt: „Juristisch ist das vielleicht einwandfrei. Aber es ist ein ziemlich schlechter Stil.“ Bürgermeister Achim Grimm wollte sich bis Redaktionsschluss nicht zu den Vorwürfen äußern.

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