Tiere und Natur gefährdet

Hundekotbeutel im Taunus werden zum Problem

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Viel mehr Hundekotbeutel werden im Taunus aus den Spendern entwendet, als am Ende wirklich im Müll landen.

Taunus – Sie werden von Städten eingesetzt, um dem Hundekot auf Grünflächen Herr zu werden. Doch jetzt sind die Hundehaufenbeutel selbst das Problem. Von Angelika Pöppel 

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Hundehaufen in Parks und auf Grünflächen sind ein Aufreger-Thema. Deshalb fordern viele mehr Tütenspender, die unbelehrbare Hundehalter animieren sollen, dieHinterlassenschaften zu entfernen. Doch immer mehr Nicht-Hundebesitzer missbrauchen die Tüten für andere Zwecke. „Der Verbrauch der Hundekotbeutel ist immens angestiegen“, sagt Oliver Börtner, Betriebshofleiter in Königstein. Denn: 100 mal so viele Beutel werden verbraucht, wie am Ende benutzt im Mülleimer landen, sagt er. Auch in Sulzbach werden die Hundekotbeutel zum Problem. „Zurückgelassene Beutel am Bachlauf bringen Wasservögel und andere Tiere in Gefahr, weil sie qualvoll daran verenden können“, heißt es aus dem Gemeindevorstand. Es wird vermutet, dass Jugendliche sich mit den Beuteln einen Spaß erlauben. Höhepunkt: Ein Lieferwagen wurde mit den Kotbeuteln komplett verhüllt.

An Spielplätzen sind Spender häufig leer

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Auch in Kelkheim befüllen Kinder die Tüten lieber mit Wasser oder Sand, statt Hundebesitzer mit den Hinterlassenschaften ihrer Tiere. Deshalb sind Tütenspender an Spielplätzen besonders häufig leer. In Sulzbach gibt es drei bevorzugte Stationen, an denen die Beutel sehr häufig entwendet werden: Direkt am Rathaus, an der Evangelischen Kirche (Platz an der Linde) und an der Cretzschmarschule in der Nähe des Sulzbachs.

Doch es gibt auch Taunus-Städte, die nicht unter dem Tütenklau leiden. In Bad Soden heißt es: „Wir haben mit der Zweckentfremdung keine Probleme.“ Und auch in Kronberg gibt es keinen Beutel-Schwund. In Oberursel will man solche Fälle nicht ausschließen, auch wenn sie noch nicht bekannt geworden sind.

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