Anti-Hundekot-Aktion

Hundekot-Wiese direkt neben Frankfurter Kita

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Astrid Gaukler stinkt‘s: Die Grünflächen rund um die Kita „Kinderplanet Westhausen“ in Praunheim dienen zahlreichen Hunden als Toilette.

Region Rhein-Main – Achtung Tretmine! Die Grünflächen rund um die Kita Kinderplanet in Frankfurt-Praunheim dienen als Hundetoilette. Mutter Astrid Gaukler will die stinkende Situation in den Griff kriegen. Von Angelika Pöppel 

Spielende Kindergartenkinder und dampfende Hundehaufen passen nicht zusammen. Das meint auch Astrid Gaukler aus Praunheim. Jeden Morgen wenn sie ihren Sohn in die Kindertageseinrichtung „Kinderplanet Westhauen“ in Praunheim bringt, stinkt es ihr gewaltig. Denn den Weg pflastern unzählige Hundehaufen. Auch die Grünflächen direkt vor und neben der Einrichtung sind mit Hundekot übersäht. „Es stinkt unerträglich, da wird einem richtig schlecht“, sagt Astrid Gaukler, Anwohnerin und Elternbeirätin der Kita.

Hundekot-Aktion soll Herrchen aufrütteln

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"Laut gegen Kot"

„Jetzt reicht‘s“, dachte sich die Praunheimerin. Und so rief sie eine Aktion gemeinsam mit den Kindern der Kita ins Leben. Am Montag, 24. März, werden sie und die 20 Kindergartenkinder der Kita gegen die tierische Schweinerei demonstrieren. Mit Plakaten, Schildern und Fähnchen in den Hundehaufen werden sie versuchen, die unbelehrbaren Hundebesitzer aufzurütteln. „Ich habe nichts gegen Hunde, aber die Hinterlassenschaften müssen einfach weggemacht werden“, sagt Gaukler. Schließlich laufen die Kinder tagtäglich über den Rasen. Auch an den Ortsbeirat und das Frankfurter Grünflächenamt, das für die Rasenflächen zuständig ist, hat sich die Mutter bereits gewandt. „Ich denke ein Tütenspender und ein paar Schilder würden schon reichen, um die Situation zu verbessern.“ Und sie fordert: Regelmäßige Kontrollen des Ordnungsamtes.

Stadtpolizei will regelmäßig kontrollieren

Der Ortsbeirat hat bereits reagiert und sich für regelmäßige Kontrollen eingesetzt. „Wir begrüßen die Aktion, aber Gespräche mit dem Ordnungsamt über Tütenspender und Schilder laufen noch“, sagt Ortsvorsteher Veljko Vuksanovic. Zwar stehen in Frankfurt rund 90 Tütenspender, doch nur an Parkanlagen und dem Mainufer, sagt Hans-Peter Sattler vom Grünflächenamt. „Es ist besser geworden, aber auch die Tüten sind kein Heilmittel gegen uneinsichtige Hundebesitzer“, sagt er.

Problem auch im Taunus trotz 100.000 Euro Bußgeld

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Doch auch diese Maßnahmen sind keine Wunderwaffe gegen den Kot. Das zeigt sich auch in Städten und Kommunen im Taunus. Sie scheinen den Kampf gegen die Haufen zu verlieren. Trotz Aufklärung, Tütenspendern und drohenden Bußgeldern sind die stinkenden Hinterlassenschaften weiterhin ein Problem. „Das Thema Hundekot im Stadtgebiet ist auch in Oberursel ein Dauerbrenner“, sagt Nina Kuhn, Pressesprecherin der Stadt. Auch die 52 Tütenspender für den Hundekot und Bußgelder bis zu 100.000 Euro können ignorante Hundebesitzer nicht zum Umdenken bewegen. „Viele glauben fälschlich, mit der Zahlung der Hundesteuer wären sie von dieser Aufgabe entbunden“, sagt Kuhn. Auch Kontrollen machen kaum Sinn, sagt Andreas Möhring, Pressesprecher der Stadt Bad Homburg. „Es ist schwer, den Hundebesitzer in flagranti zu erwischen, wie er den Haufen liegen lässt.“ 80 sogenannte Dog-Stations, die Herrchen mit Tüten versorgen und sie an ihre Pflicht erinnern sollen, gibt es in Bad Homburg. „Fünf weitere an Eingängen zum Schlosspark kommen noch dazu“, sagt Möhring.

In Offenbach herrscht Tütenpflicht

Offenbach setzt dagegen auf Tütenpflicht: „Der Vorteil ist, dass die Polizei die Hundebesitzer gezielt ansprechen kann“, sagt Frank Weber, stellvertretender Leiter im Offenbacher Ordnungsamt. „Die Situation hat sich bereits verbessert – zur Belohnung gibt es von den Beamten auch mal ein Leckerli für den Hund.“

Besonders unappetitlich sind die Hundehaufen auch für die städtischen Mitarbeiter, die zur Zeit die Grünanlagen frühlingsfit machen und dabei immer wieder in Exkremente fassen oder treten, so die Stadt Neu-Isenburg. Rund 1200 Hunde in Langen produzieren im Jahr etwa 140 Tonnen Hundekot. Doch die Stadt versucht, nicht zu massiv an die Übeltäter heranzutreten. „Sonst machen die Hundebesitzer gleich zu“, sagt Sandra Trinkaus von der Langener Umweltberatung.

Bilder von der Hunde-Waschanlage in Neu-Isenburg

Bilder aus der Hundewaschanlage in Neu-Isenburg

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