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Horror-Piste A 661: Zahl der Todesopfer steigt schnell

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Wieder Tote auf der A661: Am vergangenen Wochenende war laut Polizei ein Sportwagen einem anderen Auto ins Heck gekracht. Beide Autos kamen erst nach 200 Metern zum Stillstand und fingen an zu brennen.

Region Rhein-Main – Die 661 wird immer mehr zur Todespiste. Schon im Februar hatte der EXTRA TIPP gewarnt. Doch seitdem stieg die Zahl der Todesopfer weiter rasant an. Von Christian Reinartz

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Während in den vergangenen fünf Jahren bis zum Februar zwölf Menschen umgekommen sind, waren es allein in den vergangenen vier Monaten sechs. Darunter ein Suizid und ein gesundheitlich bedingter Todesfall.

Erst vor wenigen Tagen passierte erneut ein Drama auf der Asphaltpiste, die durch das Rhein-Main-Gebiet führt. Dort ist nach einem Unfall bei Offenbach ein Fahrer in seinem Wagen verbrannt. Zwei Autos, darunter ein Sportwagen, waren nach Angaben der Polizei kurz nach Mitternacht zwischen Offenbach-Kaiserlei und dem Offenbacher Kreuz zusammengeprallt. Die Wucht war so groß, dass beide Fahrzeuge sofort in Flammen aufgingen.

Den beiden Insassen des Sportwagens gelang es zwar, noch rechtzeitig aus ihrem Auto zu entkommen. Der Fahrer des anderen Wagens schaffte es jedoch nicht mehr.

Die Autobahn ist eng gebaut

Das Problem der Piste: Die Autobahn 661 ist sehr eng gebaut. Das hat Vor- und Nachteile. Während laut Verkehrsexperten diese Enge das Rasen verhindert, sorgt die schmale Piste immer wieder für riskante und knappe Überholmanöver. Erst im April war eine Frau von der Fahrbahn abgekommen und ebenfalls in ihrem Wagen verbrannt.

Trotzdem ist ADAC -Autobahnexperte Wolfgang Herda sicher: „Die Trassenführung ist in Ordnung. im Vergleich zu den anderen hessischen Autobahnen gibt es kein besonderes Unfallgeschehen.“

Aber warum dann die vielen schweren Unfälle auf der 661? Herda erklärt: Im Vergleich zum Verkehrsaufkommen gäbe es zwar keine Unfallhäufung. „Aber weil dort eben extrem viel Verkehr fließt, gibt es auch so viele Unfälle. Da kann dann schonmal der Eindruck entstehen, dass auf der 661 besonders viel passiert.“

Verharmlosen will Autobahnexperte Herda die Asphalt-Lebensader des Rhein-Main-Gebietes aber nicht. „Die 661 erfordert durch die vielen Anschlussstellen ein viel höheres Maß an Konzentration und Aufmerksamkeit als andere Autobahnen.“ Deshalb seien meistens Fahrfehler die Unfallursache, die mit der Trassenführung der 661 gar nichts zu tun haben.

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