Hohe Stromkosten fressen die Rente auf

+
Für Strom müssen Deutsche immer mehr Geld ausgeben. Einige können ihn nicht mehr bezahlen.

Region Rhein-Main – Strom wird immer teurer. Und ein Ende der Energiepreis-Erhöhung ist nicht in Sicht. Pro Jahr wird 600.000 Haushalten der Strom abgeklemmt – weil die Bewohner ihn nicht mehr bezahlen können. Das meldet die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Von Silke Gottaut

Seit Januar haben über 400 Energieanbieter ihre Preise um durchschnittlich 3,5 Prozent erhöht. Vor sieben Jahren lag der Strompreis noch bei 18,2 Cent pro Kilowattstunde. Heute bezahlt der Kunde je nach Anbieter rund 26 Cent, meldet das Internetportal Toptarif.

Besonders betroffen von den steigenden Energie-Preisen sind Geringverdiener und Rentner, berichtet Klaus Müller von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Immer mehr können die Stromkosten nicht mehr zahlen – und ihnen wird der Strom gesperrt.

In Frankfurt und Umgebung betrifft es knapp 3000 Haushalte pro Jahr, bei denen der Strom gesperrt wird“, sagt Mainova-Pressesprecher Sven Birgmeier. Das sind etwa 0,75 Prozent aller Haushalte, die die Mainova mit Strom versorgt. Insgesamt sind es zirka 394.000 Haushalte in Frankfurt und Umgebung.

Taunus

Im Hochtaunus- und im Main-Taunus-Kreis werden die meisten Haushalte von der Süwag mit Strom versorgt. „Aktuell haben wir 760.000 Kunden“, sagt Pressesprecher Helmut Brümmer. Davon werden pro Jahr etwa 4560 Haushalte vom Strom getrennt. Das sind 0,6 Prozent.

Stadt und Kreis Offenbach

Beim Stromversorger EVO in Offenbach wurden im vergangen Jahr 1443 Haushalte vom Stromnetz genommen, teilt Pressesprecher Martin Ochs mit. Das machen knapp 0,9 Prozent aller Haushalte aus.

Der Energieversorger Entega, der den Großteil der Haushalte im Landkreis Darmstadt-Dieburg versorgt, wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

Bis den Leuten jedoch der Strom abgestellt wird, vergehen einige Wochen. „Wenn nach zwei Monaten die Rechnung nicht gezahlt wurde, dann kommt eine Zahlungsaufforderung“, sagt Brümmer von der Süwag. Kommt da keine Reaktion, bekommt der Kunde eine weitere Mahnung. Bei der dritten und letzten Aufforderung wird darauf hingewiesen, dass der Strom bei Nicht-Zahlung abgestellt wird. Der Strom wird dann entweder durch einen erreichbaren Stromkasten außerhalb des Hauses abgetrennt, oder direkt im Haushalt. Falls sich der Kunde weigert jemanden in seinen Haushalt zu lassen, steht der Gerichtsvollzieher wenig später vor der Tür. Damit der Kunde in so eine Lage erst gar nicht kommt, bekommt er Hilfe und Beratung fürs Bezahlen im Service-Center, sagt Brümmer.

Kommentare