Diese Technik steckt dahinter

Einbruch-Serie: Diebe knacken Autos ohne Spuren

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Nutzen die Diebe filigranes Werkzeug, um Autos ohne Spuren zu knacken?

Region Rhein-Main – Eine mysteriöse Serie von Autoeinbrüchen stellt die Region vor ein Rätsel: Die Diebe hinterlassen an den Fahrzeugen keinerlei Spuren. Keiner weiß, wie sie die Autos knacken. Nur eines scheint klar: Die Täter nutzen High-Tech. Von Christian Reinartz 

Anders ist es nicht zu erklären, wieso in den vergangenen Tagen immer wieder in Autos eingebrochen wurde, ohne auch nur die geringsten Aufbruchspuren zu hinterlassen. Sowohl in Dietzenbach als auch in Heusenstamm haben die mysteriösen Diebe zugeschlagen. Und auch im Taunus kommt es immer wieder zu solch mysteriösen Vorfällen, wie Michaela Moll, Sprecherin der Polizeidirektion Hochtaunus, bestätigt, ebenso wie ihr Kollege Andreas Beese aus dem Main-Taunus-Kreis. Und auch in Frankfurt haben die High-Tech-Täter offenbar schon zugeschlagen, heißt es bei der Polizei.

Wie genau die Täter vorgegangen sind, weiß niemand. Grundsätzlich gibt es laut Experten drei Methoden, Autos ohne Spuren zu öffnen.

Die drei Methoden der Hightech-Täter

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Die eine ist das sogenannte „Jammern“ (ausgesprochen: Dschämmern). Dabei warten die Diebe mit einem Störsender am Straßenrand, bis jemand sein Auto abstellt und im Weggehen mit der Funkfernbedienung abschließt. In diesem Moment bedienen die Ganoven ihre Störsender und verhindern so, dass das Auto wirklich verschlossen wird. Danach wird in aller Seelenruhe das offene Auto ausgeräumt. Andrea Ackermann vom Polizeipräsidium Südosthessen hält diese Methode im aktuellen Fall für denkbar. „Allerdings müsste es dann ja bei so vielen Fällen auch Zeugen geben, die eine Person bemerkt haben“, folgert Ackermann.

Die andere Methode ist wesentlich teurer und aufwendiger. Dabei wird ein sogenannter Decoder-Schlüssel eingesetzt, der mit Drähten das Schloss von innen vermisst. Danach wird ein Schlüssel simuliert, mit dem das Auto offenbar auch gestartet werden kann. Das System ist allerdings extrem teuer und dürfte sich kaum für Diebe lohnen, die Autos nur ausrauben. Diese Technik wird eher dazu benutzt, um gleich ganze Edelkarossen zu stehlen, heißt es bei der Polizei.

Bei der dritten Methode nutzen die Einbrecher ein filigranes Spezialwerkzeug, mit dem sie das Schloss knacken. „Spuren sind dann aber höchsten innerhalb des Schlosses festzustellen“, sagt Andrea Ackermann. Das könne allerdings nur im Labor des Landeskriminalamtes nachgewiesen werden. „Und das steht in keinem Verhältnis“, sagt Ackermann.

Die Polizei steht angesichts der jüngsten Einbrüche also weiterhin vor einem großen Rätsel. Ackermann: „Es gibt vielleicht auch noch Methoden, von denen wir bisher nichts wissen. Diese Täter sind immer technisch up to date und haben einen hohen Sachverstand auf diesem Gebiet.“

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