"Hier wohnt ein Kinderschänder"

Von Axel Grysczykbr /Dietzenbach/Region Rheinmain - Eigentlich wurde die Internetseite rottenneighbour.com dafür geschaffen, dass Amerikaner sich ihre Wunschimmobilie anhand der Nachbarschaft aussuchen können. Doch sie entpuppt sich mehr und mehr als Mittel, öffentlich mit dem Nachbar abzurechnen.

Weltweit wird beleidigt, diffamiert und verleumdet. Ein Dietzenbacher Anwalt stellt sich gegen den Unfug.br /Wer seinen Heimatort auf der englischen Seite eingibt, wird schnell auf rote Häuschen stoßen, so genannte "rotten neighbours", die in einer Landkarte eingezeichnet sind. Wer drauf klickt, kann Nachrichten lesen wie aus Sachsenhausen "Hier wohnt im 15. Stock ein Kinderschänder â?¦" oder aus Offenbach "Alte Schachtel, die mit der halben Stadt im Streit liegt und alle tyrannisiert" oder einfach nur "Die Kinder sind wie Ratten". Durch die Zoomfunktion lässt sich genau feststellen, in welcher Straße und in welchem Haus der angeschwärzte Nachbar wohnt. Während die Beschimpften über die Satelittenbilder geoutet werden, bleiben die Autoren anonym. Da es sich zudem um eine Seite aus Amerika handelt, ist das deutsche Personenschutzrecht ausgehebelt. Glauben die meisten.br /Auch der Dietzenbacher Rechtsanwalt Gerhard Fiedler ist "rottenneighbour" beleidigt worden. Mit Hilfe von befreundeten Computerspezialisten hat er einen einzigartigen Feldzug gegen seinen Verleumder gestartet. Er hat es geschafft, die IP-Adresse des Computers von "Idiotenkiller" ausfindig zu machen. Über die IP-Adresse kann man jeden Computer identifizieren und "Idiotenkiller" ist der Deckname des Mannes, der die Verleumdungen gegen ihn ins Netz gestellt hat. Fiedler hat herausgefunden, dass dieser Mann nur als Erfüllungsgehilfe dient. "Der Mann stellt Beleidigungen von Leuten ins Netz, die selbst anscheinend dazu aufgrund fehlender Fähigkeiten nicht in der Lage sind. Aber ich weiß auch, wer der Auftraggeber der Rufschädigungen ist", sagt er. Unter dem Kommentarfeld hat er den Beleidigungs-Auftraggeber aufgefordert, sich zu entschuldigen. Fiedler: "Er hatâ??s bisher nicht getan. Das kann für ihn teuer werden: Rufschädigung, üble Nachrede und eventuell Schadensersatzansprüche." Fiedler weist daraufhin, dass man für Schadensersatzforderungen lediglich nachweisen muss, dass ein wirtschaftlicher Schaden entstanden ist.br /Er persönlich findet solche Seiten "feige", "schlimm" und nennt Leute, die dort Beleidigungen veröffentlichen "Schmierfinke".br /Es gibt auch grüne Häuschen auf www.rottenneighbour.com, die für gute und angenehme Nachbarn stehen. Meist überwiegen aber die roten Häuser. (siehe auch Kommentar Seite z

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