Hier geht alles schief!

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Sie warten seit fünf Monaten darauf, dass ihre Wohnungen fertig werden. Doch die Handwerker pfuschen immer wieder aufs Neue.

Hanau – Es wirkt wie der Stoff einer Komödie. Doch Peter Walbrodt und seinen Nachbarn ist nicht zum Lachen zumute. Sie warten seit fünf Monaten darauf, endlich in ihre neuen Wohnungen einziehen zu können. Aber Elektriker und Installateur pfuschen in einer Tour. Von Christian Reinartz

Peter Walbrodt zeigt die Fehler der Handwerker, zum Beispiel einen falschen Spülkasten.

Warmwasser im Toilettenkasten, Heizkörper hinter der Tür, falsche Toilettenspülungen und falsch gesetzte Steckdosen. Auf der Baustelle an der Hanauer Brandeburgstraße geht schief was schief gehen kann. „Mittlerweile ist das echter Horror“, sagt Peter Walbrodt, der täglich auf der Baustelle nach dem Rechten schaut. „Die machen ständig neue Fehler beim Einbau“, sagt er und zeigt auf Furchen in der Wand. Dort wurden Bad-Armaturen erst an der falschen Stelle gefräst. Dazu sind falsche Mischbatterien und billige Spülkästen eingebaut worden. „Dabei haben wir die Markenware bezahlt“, regt sich Walbrodt auf. Die Tour durchs Haus könnte eine Lehrführung sein, um Azubis zu zeigen, was ein Handwerker alles falsch machen kann. Im Vorbeigehen zeigt Walbrodt auf die Isolierungen der Wasserleitungen. „Die sind alle viel zu groß“, sagt er: „Das bringt gar nichts.“ Trauriger Höhepunkt des Pfuschkonzerts: Als die Wände schon längst zugemacht waren, merkten die Wohnungskäufer, dass die Wasserleitungen zuvor gar nicht abgedrückt worden waren. „Da kam das Wasser aus alles Ecken und es musste alles neu aufgemacht werden“, sagt Walbrodt. Und jetzt kam zu allem Überfluss noch raus: Warm- und Kaltwasser sind vertauscht worden, sodass die Toiletten an der Warmwasserleitung hängen.

Duschen bei Freunden

Auch Peter und Hannelore Kindinger sind sauer auf den Baupfusch: „Das ist eine Frechheit. Seit Monaten passiert hier so gut wie gar nichts.“ Schlimmer noch ist es für Alexander und Olesja Giske mit ihren Kindern Isabel und Alexander. Die junge Familie musste schon einziehen, obwohl noch nicht mal das Wasser funktioniert. Alexander Giske: „Wir holen es zur Zeit mit dem Kanister bei Freunden und duschen auch dort.“

Bauherr Alfred Maier Geschäftsführer der Firma MBB aus Biebergemünd bezeichnet den Baustellen-Wahnsinn als eine Verkettung von unglücklichen Umständen. „Mein Generalbauunternehmer war gezwungen, einen anderen Subunternehmer als sonst einsetzen. Der ist dafür verantwortlich“, sagt er. Der habe jedoch immer gerade so gearbeitet, dass er ihm nicht habe kündigen können. Erst jetzt sei es gelungen, den Handwerker zu wechseln. „Mitte Mai sollen die Wohnungen fertig sein“, stellt Maier in Aussicht. Peter Walbrodt hofft, dass es nicht nur bei dem Versprechen bleibt: „Sowas haben wir nämlich schon ein paar mal gesagt bekommen.

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