Ur-Omi Helene Böse traurig

Post verschlampt Paket, will aber nur die Hälfte zahlen

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Den Einlieferungsbeleg als Beweis: Doch als das Paket verloren ging, wollte die Post nur die Hälfte erstatten.

Mühlheim - Erst verschlampte die Post die Weihnachtsgeschenke für Helene Böses Urenkel, dann ließ sie die Rentnerin auf dem Schaden sitzen. Statt der fälligen 105 Euro, kürzten die Mitarbeiter die Verlustliste gnadenlos auf 50 Euro herunter. Von Christian Reinartz 

Helene Böse  laufen die Tränen herunter. Sie schluchzt. „Das ist so furchtbar ungerecht“, sagt die Rentnerin. Das Paket-Drama beginnt, als die Mühlheimerin ein Weihnachtspaket für ihre beiden Urenkel nach Rostock aufgibt. Versichert per DHL. Für 6,99 Euro.

Paket für die Ur-Enkel geht verloren

Doch der Platz unterm Weihnachtsbaum bleibt leer. Kein Paket erreicht die Familie. Ein Nachforschungsauftrag läuft ins Leere. Irgendwann schickt die Post Helene Böse eine mehrseitige Verlustliste zu, die sie ausfüllen soll. „Ich habe das ganz genau gemacht. Bis auf den letzten Cent habe ich alles zusammengerechnet“, sagt Böse unter Tränen. Was dann passiert, kann sie bis heute nicht fassen. Statt die so zusammengekommenen knapp 105 Euro anstandslos zu begleichen, erhält sie Post von der Post. Darin heißt es wörtlich: „Leider liegt uns kein Wertnachweis vor...Bei der Begutachtung des Vorganges sind wir zu folgender Einschätzung des Wertes gekommen: 50 Euro.“

Für Helene Böse ist das wie ein Schlag ins Gesicht. Über Monate hat sie die Geschenke für ihre Urenkel zusammengetragen. „Ich habe doch nur eine kleine Rente und kaufe deshalb schon ab Sommer die Geschenke für Weihnachten“, sagt Böse verzweifelt. „Meine Urenkelchen sollen doch noch ihre Geschenke bekommen.“ 50 Euro in bar, die sie für ihre Enkelin dazugelegt hatte, habe sie gar nicht in der Rechnung aufgeführt. „Das habe ich mich nicht getraut, denn die Post rät ja, kein Geld zu schicken“, sagt Böse. „Außerdem wollte ich nicht, dass die denken, ich will mich jetzt bereichern.“

Post gesteht Fehler und entschuldigt sich

In ihrer Verzweiflung über die Gnadenlosigkeit der Post wendet sie sich an den EXTRA TIPP. Der konfrontiert Pressesprecher Stefan Heß mit dem Fall. Er gesteht: „Wir haben das geprüft und wollen da jetzt auch nichts schönreden. Uns ist ein großer Fehler unterlaufen.“ Selbstverständlich bekomme Helene Böse den Schaden in vollem Umfang und umgehend ersetzt. „Und natürlich ersetzen wir ihr auch die nicht angegebenen 50 Euro“, stellt Heß klar. Er habe außerdem die zuständige Mitarbeiterin noch einmal für solche Fälle sensibilisiert, damit so etwas nicht noch einmal passiere.

Als Helene Böse das hört, weint sie schon wieder. Diesmal allerdings vor Erleichterung und Glück. „Danke EXTRA TIPP“, sagt sie: „Ich hätte nie gedacht, dass die Post nachgibt. Jetzt kann ich meinen Urenkeln endlich die versprochenen Weihnachtsgeschenke kaufen. Dann halt erst zu Ostern.“

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