Heerstraße: Angst vor den Römern

Manchmal staut sich der Verkehr – um diese überflüssige Verkehrsinsel in der Haingrabenstraße herum – zurück und sorgt für Chaos beim Einbiegen in die Heerstraße. Die Stadt verspricht, dass hier ein Kreisel entstehen soll.

Frankfurt – Es ist die Heerstraße in Praunheim, die den Geduldsfaden zum Zerreißen bringt. Staus, schlechter Zustand und für viele Anwohner die allmorgendliche Frage, wann es eine Lücke gibt, um überhaupt einbiegen zu können. Kein Zustand, findet auch die Verwaltung, selbst wenn sie vor den Römern warnt.

Anwohner aus dem Heerstraßen-Bereich zwischen U-Bahn-Haltestelle Praunheim und Alt-Praunheim haben sich an den EXTRA TIPP gewandt. Sie sprechen von nicht mehr zumutbaren Zuständen. Ein 50-Jähriger, der seit 2002 in der Gegend wohnt, macht seinem Ärger Luft: „Es geht zu den Stoßzeiten nur stockend voran. Spätnachmittags habe ich für einen Kilometer 25 Minuten benötigt. Dann lasse ich das Auto stehen und gehe zu Fuß weiter.“

26.000 Autos fahren die Heerstraße am Tag entlang. Eins davon zu werden, ist gar nicht leicht. „Schon das Einbiegen ist manchmal ein Krampf“, berichtet ein Betroffener. Ein besonderes Nadelöhr ist der Bereich vor dem Krankenhaus Nordwest, wenn sich die Straße in Richtung Alt-Praunheim verengt. Krankenhausverkehr, haltende Busse und die Überlastung treiben den Stressfaktor nach oben. Zudem ist der unübersichtliche Bereich vor dem Krankenhaus (Hainbachstraße/Heerstraße) vielen Bewohnern ein Dorn im Auge. Der Spezialist für diesen Bereich im Rathaus, Joachim Bielefeld, zeigt Verständnis: „Es gibt Bestrebungen die ganze Straße umzubauen. Durch diese Grunderneuerung mit neuen Spuren würden die Verkehrsströme entzerrt. Bereits in der Planung ist der Umbau der Haingrabenstraße Ecke Heerstraße in einen Kreisverkehr.“

Ingmar Bolle, persönlicher Referent des Verkehrsdezernenten, spricht noch ein anderes Problem an. „Der Name ,Heerstraße‘ deutet auf Schwierigkeiten bei dem Umbau hin. Wir vermuten in diesem Bereich Überreste römischer Infrastruktur. Darauf hat unsere Denkmalbehörde schon hingewiesen.“

Das könnte eine Grundsanierung verzögern. Den betroffenen Bewohnern dürfte das egal sein. Sie wollen nur nicht mehr ihr Auto in weiter Entfernung parken, um dann zu Fuß nach Hause zu gehen, weil‘s schneller ist. agk

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