Hausverwalter lässt es müffeln

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Die sanierte Terrasse über den Souterrain-Wohnungen in der Offenbacher Pirazzistraße 14 ist undicht.

Hainburg/Offenbach – Auf dem Wohnzimmertisch von Jarmila und Arnold Kauth stapeln sich Gesetzesbücher und Aktenordner. Seit Wochen wälzt das Hainburger Ehepaar darin, weil es sich Sorgen um den Mieter ihrer Offenbacher Wohnung machen. Der dortige Hausverwalter lässt einen Schaden nicht beheben, durch den Feuchtigkeit in die Wohnung dringt. Von Norman Körtge

„Das Ganze belastet uns sehr“, sagt Jarmila Kauth. Vor allem deshalb, weil sich die Hainburgerin ihrem Mieter gegenüber verpflichtet fühlt. Denn in ihre Wohnung in der Pirazzistraße 14 in Offenbach wird ein Wasserschaden vom Hausverwalter seit Monaten nicht behoben. Mittlerweile müffelt es stark.

Die Leidensgeschichte begann vor über einem Jahr. Da wurde die über der Souterrain-Wohnung liegende Terrasse saniert. Doch die vom Hausverwalter beauftragte Firma hat ihre Aufgabe offensichtlich nicht gut gemacht. Denn als es in diesem August einmal stark regnete, floss Wasser in die Wohnung. „Da sind grobe Konstruktionsfehler gemacht worden“, sagt Arnold Kauth. So gebe es zu wenig Abflussmöglichkeiten für Regenwasser. Kauth weiß, wovon er redet. Er ist gelernter Architekt.

Doch der Hausverwalter, auf den Schaden und die Mängel angesprochen, reagiert nicht, nimmt sogar die ausführende Firma in Schutz. „Der hat uns zu vertreten und nicht den Handwerker zu verteidigen. Das ist eine bodenlose Frechheit“, sagt Arnold Kauth. Die Eigentümergemeinschaft hat deshalb den Hausverwalter auch nicht entlastet. Jarmila Kauth befürchtet, dass er das alles aussitzen möchte, da sein Vertrag nächstes Jahr ausläuft.

Seit Wochen erreicht das Ehepaar bei der zuständigen Wenzel Hausverwaltung in Seligenstadt niemanden. Dem EXTRA TIPP gelang es zumindest den Hausverwalter ans Telefon zu bekommen, doch dieser legte ohne einen Kommentar abzugeben auf.

Gerold Happ von der Eigentümer-Schutzgemeinschaft Haus&Grund rät dem Ehepaar Kauth möglichst schnell eine Eigentümerversammlung einzuberufen. Da der Hausverwalter die Firma beauftragt und bezahlt hat, könne auch nur er Regressforderungen stellen. Gibt es keine schelle Klärung, müssten die Eigentümer notfalls selbst in Vorlage treten, um den Schaden zu beheben. Auf einer Versammlung könnte dies geklärt werden, meint Happ.

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