Hauptsache Kupfer ist drin

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Nur Kupfer ist das Wahre: Metalldiebe wissen genau, wo sie fündig werden.

Taunus – Sie tauchen urplötzlich auf und verschwinden wieder, wie die Tautropfen am Morgen: Metalldiebe. Weil sich Preis und Nachfrage für Kupfer, Aluminum, Zink und Co. weiterhin auf hohem Niveau befinden, schrecken die Gauner vor nichts zurück, um an die wertvolle Ware zu kommen. Von Dirk Beutel

Sie klauen Wasserleitungen aus leer stehenden Häusern, plündern Grabmäler auf Friedhöfen, demontieren Oberleitungen oder reißen sich gleich ganze Kabelrollen unter den Nagel: Metalldiebe überziehen mit ihren Raubzügen das Land, weil sie vor allem an das wertvolle Kupfer gelangen wollen. „Eine Tonne davon kostet etwa 8000 Dollar“, sagt Ralf Schmitz, Geschäftsführer im Verband Deutscher Metallhändler. Auch im Rhein-Main-Gebiet sind vor allem Diebe aus Osteuropa tätig. „Wir verzeichnen zwar vereinzelt solche Straftaten. Allerdings handelt es sich dabei nicht um einen Schwerpunkt“, sagt Wolfgang Küble, Leiter der Führungsgruppe im Main-Taunus-Kreis. Weil die Metalldiebe ohne ein erkennbares Muster zuschlagen, fehlt der Polizei ein Fahndungsansatz.

Aber vor allem dank aufmerksamer Bürger, kann die Polizei die Langfinger immer öfter schnappen: Wie etwa am 8. März: In Hofheim-Langenhain wurden vier Rumänen festgenommen, die gerade vier Metallgitterboxen im Wert von etwa 200 Euro klauen  wollten.Doch meist können die Diebe ungestört plündern und unbemerkt verschwinden: Wie die Einbrecher bei der Selbsthilfe im Taunus (SiT) in Hattersheim. Unbekannte stahlen von dort 20 Metallgitterboxen, dazu noch und etwa 800 Kilo Bleigelbatterien. Das Diebesgut hat laut Polizei einen Gesamtwert von etwa 3400 Euro.

Gelohnt hat sich auch der Diebstahl auf einer Baustelle in Kelkheim Ende Februar: Die Gauner stahlen drei jeweils 50 Meter lange Verlängerungskabel. Beutewert über 1100 Euro. Dass die Metalldiebe sogar ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, beweist der Einbruch in eine Trafostation in Hochheim, ebenfalls im Februar. Unbekannte brachen den Sicherungskasten für die Stromversorgung auf, um an das nun spannungsfreie und 300 Meter lange Starkstromkabel zu gelangen. Nur weil die Täter die falschen Sicherungen entfernten brachen sie ihre Tat ab. Entwendet wurde aber nichts. Trotzdem entstand ein Sachschaden von etwa 1500 Euro. Weil es sich nicht gerade um leichte Beute handelt, brauchen die Täter zum Abtransport einen Lkw oder zumindest einen Kleintransporter. „Wer also nachts Unbekannte auf einer Baustelle, in einem leeren Haus oder auf Bahngleisen antrifft, sollte etwas genauer hinschauen oder gleich die Polizei rufen. Vor allem, wenn in der Nähe ein Fahrzeug mit Ausfuhr- oder Kurzzeitkennzeichen steht“, sagt Manfred Füllhardt, Sprecher der Polizei Frankfurt.

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