Gebühr für Sitzplätze im Freien erhöht

Hattersheim: Wird der Eisbecher teurer?

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Für die Stühle im Außenbereich muss Café-Besitzer Athalwin Rabusseau in Hattersheim künftig mehr bezahlen.

Hattersheim – Café-Besitzer leiden darunter, dass der Frühling nicht kam und der Sommer noch immer auf sich warten lässt. Und weil die Hattersheimer Stadtkasse leer ist, müssen sie jetzt mehr für Sitzplätze im Freien zahlen. Die Rechnung bekommt der Gast. Von Angelika Pöppel

„Wir leben vom Außenbereich“, betont Athalwin Rabusseau, Geschäftsführer des Eiscafés La Piazza in Hattersheim. Wer wolle schon im Sommer den Eisbecher im geschlossenen Raum geniessen? Niemand. Deswegen wird Rebassaue trotz Erhöhung den Außenbereich nicht verkleinern. Die Stadt hat beschlossen, dass Gastronomen ab sofort 18 Euro im Jahr pro Quadratmeter Außenfläche zahlen müssen. Bei einigen Cafés beläuft sich die Größe auf rund 300 Quadratmeter und die Kosten somit auf 5400 Euro im Jahr. Für das Eiscafé La Piazza wären das bei über 45 Quadratmetern etwa 810 Euro mehr. „Wir können nur das Geld ausgeben, was wir haben – anders als die Stadt“, stichelt Rabusseau. Das bedeutet: „Am Ende müssen wir die Preise anheben.“

Stadt begründet Erhöhung mit Aktualisierung

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„Das Gaststättengesetz war noch von 1986. Es gab gar keine klare Festlegung“, begründet Stefan Käck von der Stadt die Erhöhung und gibt zu: „Natürlich ist das auch zuträglich für Hattersheim.“ Zwischen einer und zehn Mark, beziehungsweise ab 53 Cent kostete ein Sitzplatz nach der alten Verordnung – einmalig. Mit der Erhöhung ist Hattersheim allerdings nicht die teuerste Taunus-Kommune für Gastronomen. Für 45 Quadratmeter sind in Oberursel 1350 Euro im Jahr fällig – bei 2,50 Euro im Monat pro Quadratmeter. In Kelkheim kostet es genauso viel, aber mehr als 150 Euro im Monat müssen die Besitzer nicht zahlen. Hofheim begnügt sich mit 15,60 Euro pro Quadratmeter in der Innenstadt. Außerhalb des Zentrums muss nur die Hälfte bezahlt werden. Deutlich ist der Unterschied im Vergleich zu Offenbach. Hier sind es lediglich 2,50 Euro im Jahr.

Doch auch die kürzlich erhöhte Gewerbesteuer auf 330 Punkte macht dem Gastronom zu schaffen. „Ich kann verstehen, dass die Stadt kein Geld hat. Doch statt zu sparen, werden einfach die Gebühren erhöht“, ärgert sich der Rabusseau. Hattersheim liegt bei der Gewerbesteuer gleich auf mit Hofheim, dahinter Kelkheim mit 310 Punkten. Deutlich mehr verlangen Oberursel (360), Bad Homburg (385) und Frankfurt (460) sowie Offenbach (440).

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