Kinderporno-Prozess:

Hatte er wieder Kontakt zu Kindern?

Dreieich/Darmstadt – Matthias P. scheint von Kinderpornos nicht los zu kommen. Am dritten Verhandlungstag gegen den Dreieicher vor dem Landgericht Darmstadt sagte eine Beamtin des Landeskriminalamtes aus.  Von Norman Körtge

Ihr zufolge hat der Angeklagte im Juli 2010 erneut Kinderpornos im Internet angeschaut. Und das, obwohl bereits Anklage gegen den 48-Jährigen erhoben war. Die Aussagen der LKA-Beamtin lassen erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Matthias P. aufkommen.

Die Berichte zu den ersten beiden Verhandlungstagen.

Der hatte zum Prozessauftakt noch gesagt, dass er im Nachhinein froh ist, dass die Polizei im Februar 2009 seine Computer und die Festplatten mit mehreren hunderttausend Kinderpornos sicherstellte und er das Zeug los sei.

Wie Staatsanwältin Katia Schick bestätigte, wurde Matthias P. danach vom LKA sowohl in der Öffentlichkeit überwacht sowie sein Internetverhalten kontrolliert. Damit sollte das so genannte Nach-Tat-Verhalten überprüft werden.

Matthias P. war Vorlese-Onkel in Schulbücherei

Nach Aussage der Beamtin wurde Matthias P. so im Juli 2010 erwischt, wie er Kinderporno-Material im Internet anschaute und auch herunterlud. Auch habe der 48-Jährige, der seit Geburt Contergangeschädigt ist und keine Arme hat, erneut Kontaktversuche zu Kindern unternommen – etwa in einem Café.

Vor bekannt werden der Vorwürfe war Matthias P. als ehrenamtlicher Vorlese-Onkel in der Offenthaler Stadtbücherei an der Wingertschule tätig. Die Verantworlichen wussten nicht, dass P. wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern bereits zu einer Haftstrafe verurteilt worden war. Der Prozess wird fortgesetzt.

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