Polizei muss öfter ausrücken

Halloween-Streiche werden für Polizei bitterer Ernst 

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Manche Kinder schlagen an Halloween über die Stränge.

Region Rhein-Main – Heerscharen von Kindern im Monsterkostüm ziehen am Freitag Abend wieder von Haus zu Haus und fordern „Süßes oder Saures“. Die Polizei ist alarmiert. Denn aus dem Spaß wird viel zu oft bitterer Ernst. Von Christian Reinartz 

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Hundekot im Briefkasten, beschmierte Hauswände, zerkratzte Autos – von wegen schaurig schöne Tradition. Stattdessen ist Halloween mittlerweile ein Fall für die Polizei. Denn die nimmt das Fest in der Nacht vom 31. Oktober auf den ersten November ziemlich ernst. So ernst, dass die Zahl der Streifen in dieser Nacht hochgeschraubt wird. „Wir arbeiten mit Ordnungsämtern und dem freiwilligen Polizeidienst zusammen“, sagt Rudi Neu, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen.

Zu oft kommt es vor, dass aus dem Gruselspaß echter Horror wird. Denn nicht selten nehmen Kinder und vor allem Jugendliche die Traditionsfrage „Süßes oder Saures“ wörtlich und spielen Süßigkeiten-Verweigerern böse Streiche. Mit zum Teil schwerwiegenden Folgen.

Die Nummer eins der Halloween-Gemeinheiten: Eier-Werfen. Das Fiese daran: Nachts werfen die abgewiesenen Jugendlichen Eier gegen Hauswände und Fenster. Hausbesitzer merken das entweder gar nicht oder trauen sich nicht, herauszukommen, um das herunterlaufende Ei zu beseitigen.

Eier schmeißen am Beliebtesten

Und einigen Halbstarken geht es offenbar nur noch ums Eierwerfen. „Wir haben schon Jugendliche angetroffen, die mit fünf Steigen Eiern unterwegs waren“, sagt Rudi Neu. „Die haben wir natürlich konfisziert. Denn, dass damit kein Kuchen gebacken werden sollte, war offensichtlich.“

Ebenfalls ein negatives Highlight der Halloween-Nacht sind verkratze Autotüren. „Sachbeschädigungen aller Art bekommen wir immer wieder gemeldet“, heißt es im Frankfurter Polizeipräsidium. Dort hat man aber vor allem die Eigengefährdung der Täter im Auge. „Mittlerweile stehen die Kinder an den Straßen und verlangen Wegezoll wie an Fasching“, so der Polizeisprecher. Das berge immer Risiken.

Streiche können strafbar sein

Mindestens genauso gefährlich ist das Erschrecken von Autofahrern an roten Ampeln. Blitzschnell tauchen die verkleideten Jugendlichen in Horror-Masken neben dem Auto auf und klopfen an die Scheibe. Ein Riesenschock selbst für Hartgesottene. Wenn da einer vor Schreck aufs Gas trete, könne das zu einem Unfall führen, warnt Michael Greulich, Pressesprecher der Polizeidirektion Hochtaunus. „In diesem Fall wäre dass dann sogar ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr.“

Überhaupt seien sich viele Streichespieler gar nicht darüber bewusst, dass sie etwas Strafbares machen. „Eier zum Beispiel verursachen an den Hausfassaden große Schäden und damit auch horrende Kosten.“ Trotzdem steht die Polizei den Grusel-Gestalten offenbar weiterhin hilflos gegenüber. Denn viele der Täter sind jünger als vierzehn Jahre und damit zu jung, um strafrechtlich verfolgt zu werden, heißt es einhellig bei der Polizei: „Wir können zwar im Vorfeld aufklären und am Abend verdächtige Jugendgruppen warnen. Aber mehr auch nicht.“

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