Hallennutzungsgebühr schröpft Vereine

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Zusätzliche Gebühren schröpfen die Vereine. Damit droht, dass immer öfter Sporthallen leer bleiben.

Offenbach – Die Hallennutzungsgebühr wird immer mehr zum Regelfall und schröpft die Vereine im Kreis Offenbach. Die können sich nicht wehren und müssen diese Zusatzkosten an ihre Mitglieder weitergeben. Von Dirk Beutel

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„Das gefällt uns gar nicht“, sagt Constantin von Kalckstein vom Rodgauer Tanzsportclub. Was er meint, sind die Hallennutzungsgebühren, die sein Verein seit Anfang des Jahres zahlen muss, um im Bürgerhaus zu trainieren oder größere Wettbewerbe auszurichten. Gerade erst hat der Verein das 18. Kindertanz-Festival in Dudenhofen ausgerichtet. Zusatzkosten durch die neue Gebühr: 900 Euro. Um die Kosten zumindest abzufedern wurde der Eintrittspreis von 2,50 auf fünf Euro erhöht.
Obgleich der Beitrag für die Trainingsstunden noch nicht gravierend ins Gewicht fällt, sind es gerade solche Großveranstaltungen, die dem Verein das finanzielle Genick brechen könnten. Ob Turniere, Tanzfestivals oder Meisterschaften, die Mitglieder des Vereins stellen viel auf die Beine, ironischerweise zu Ungunsten der eigenen Kasse. „Die Mehrkosten sind kaum kalkulierbar. Unsere Veranstaltungen waren bisher nicht auf Gewinn ausgelegt, jetzt müssen wir wohl umdenken.“ Also müssen die Rodgauer Tänzer gegensteuern, um nicht aufzulaufen. Folge: Bei der baldigen Jahreshauptversammlung soll darüber beraten werden, ob der Mitgliedsbeitrag erhöht werden soll.

Abgabe wird allmählich zum Regelfall

Ähnlich geht es der Karate-Abteilung der TSV Heusenstamm. Zwar erhebt die Schlossstadt Gebühren, doch davon sei die Abteilung nicht betroffen. Statt dessen saugt eine andere Gebühr den Verein aus: „Wir müssen den Schließdienst für die Halle an eine private Verwaltung bezahlen“, sagt Abteilungsleiterin Gabriele Wollstadt. „Das ist nichts anderes als eine versteckte Nutzungsgebühr.“ Und dieser Posten habe sich in den vergangenen zwei Jahren vervierfacht. Hier wurde eine Erhöhung des Mitgliederbeitrages bereits beschlossen.

Der Deutsche Olympische Sportbund sieht die Entwicklung um die Hallennutzungsgebühren mit großer Sorge. Etwa ein Drittel aller Vereine in Deutschland müssen die Gebühr zahlen. „Wir kommen allmählich weg vom Sonder- hin zum Regelfall“, sagt Andreas Klages, stellvertretender Direktor für den Bereich Sportentwicklung. In Hessen sind rund 22 Prozent von der Abgabe betroffen. Ein bundesweit durchschnittlicher Wert. „Auch wenn es sich hierbei um etwa ein Viertel aller hessischen Vereine handelt, sind wir damit noch relativ gut dran.“

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