Halimis weiter ohne Wasser

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So titelte der EXTRA TIPP am 16. Oktober.

Offenbach – Das Drama um die Offenbacher Familie Halimi geht weiter. Seit Wochen haben sie in ihrer Mietwohnung kein fließend Wasser mehr Zwischenzeitlich waren sogar die Toilettenrohre demontiert. Ein Gerichtstermin am Freitag verlief ergebnislos. Von Norman Körtge

So berichtete der EXTRA TIPP vor zwei Wochen.

In den Gerichtstermin am Freitag beim Amtsgericht Offenbach hatte Jamin Halimi viel Hoffnung gelegt. Es sollte über eine einstweillige Verfügung entschieden werden, mit der die Wasserversorgung in der Hospitalstraße 42 wieder hergestellt wird. Dort lebt Halimis Sohn Dzezair mit seiner Familie im dritten Stock. Doch da Vater Halimi keine Vollmacht für seinen schwerbehinderten Sohn hatte und damit nicht vertretungsberechtigt war, konnte der Richter keine Verfügung erlassen. „Am Montag liefere ich die Vollmacht nach“, sagte Jamin Halimi.

Wie der EXTRA TIPP berichtete, ist die einstweilige Verfügung gegen einen Bad Sodener Geschäftsmann gerichtet, der offiziell noch kein Eigentümer der Immobilie ist, weil er im Grundbuch nicht eingetragen ist. Allerdings ist er offensichtlich der Auftraggeber der umfassenden Sanierungsmaßnahmen an dem Altbau. Anders ist es nicht zu erklären, dass nachdem diese Woche plötzlich die Toilettenrohre demontiert wurden, ein Anruf von Halimi bei dem Bad Sodener genügte, dass die Abwasserrohre wieder installiert wurden.

50.000 Euro mehr für Haus ohne Mieter

Gegenüber dem EXTRA TIPP wollte sich der Bad Sodener Geschäftsmann nicht äußern und verwies auf seinen Frankfurter Rechtsanwalt Ingo Ley. Der stellte noch einmal klar, dass sein Mandant keinerlei Verantwortung für die unterbrochene Wasserzufuhr trägt. Zudem verweist Ley auf ein am Freitag vor Gericht vorgelegtes Kündigungsschreiben der noch eingetragenen Frankfurter Hausbesitzer an Familie Halimi. In dem wahrscheinlich rechtlich unzulässigen Schreiben wird fristlos zum 17. August gekündigt. Prompt an diesem Tag wurde die Wasserzufuhr unterbrochen.

Dass die Frankfurter Eigentümer ein großes Interesse daran hatten, dass Familie Halimi schnell aus ihrer Wohnung raus ist, lässt sich sogar in Euro beziffern: Laut Anwalt Ley hätten sie 50.000 Euro mehr von seinem Mandanten bekommen, wenn das Haus frei von Mietern ist.

Der EXTRA TIPP wird die Sache weiter verfolgen.

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