Händler sauer: Baustelle vermiest Weihnachtsgeschäft

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Mit der Verkehrsumleitung an der Frankfurter Straße sind einige Händler unzufrieden.

Dieburg – Eine Einbahnstraße im Industriegebiet-Nord (I-Nord) stellt mehrere Dieburger Geschäftsleute vor große Probleme. Umsatzeinbußen und Entlassungen bei Unternehmen in diesem Areal sind schon jetzt die Folgen einer Verkehrsmaßnahme, die wegen des Baus eines Kreisels notwendig wurde. Von Jens Dörr

Alternativlos seien die Bauarbeiten an der Ecke Frankfurter Straße/Gewerbestraße, heißt es seitens der Stadt. Die vom Bau betroffenen Betriebe sind anderer Meinung. Andreas Falk etwa betreibt neben zwei weiteren Tankstellen auch die Shell-Filiale, die dort liegt, wo der Kreisel derzeit entsteht. Er profitiert normalerweise von den Einkäufern des Industriegebiets, die nun aber deutlich weniger kommen – aus Dieburg wie aus Münster, denn beide Orte sind mit dem I-Nord verwachsen. „Morgens kommen normalerweise auch viele Leute, die bei mir Kaffee trinken, ein Brötchen essen und dann noch die Zeitung mitnehmen“, sagt Falk. Diese Leute bleiben nun weg, denn sie wollen keinen kilometerweiten Umweg in Kauf nehmen.

Für Falk hat das ernste Konsequenzen: „Verglichen mit dem Vorjahresmonat hatte ich im November einen Umsatzrückgang von 40 Prozent – Tendenz steigend. Meinen Tankwart-Service habe ich aus Kostengründen schon eingespart.“

Keine Alternative in Sicht

Falk hat nichts gegen den Bau des Kreisel. Er ist aber der Ansicht, dass man den Teil, der jetzt eine Einbahnstraße ist, mittels provisorischer Ampelschaltung, aus beiden Richtungen befahrbar machen könnte. „Genau solche Überlegungen hat die Stadt Dieburg zusammen mit dem Amt für Straßen- und Verkehrswesen, der Unteren Verkehrsbehörde und dem Polizeipräsidium Südhessen diskutiert“, sagt Bernd Beilstein vom Ordnungsamt. „Bei einer Ampel würde es wegen des hohen Verkehrsaufkommens in der Frankfurter Straße aber zu Rückstaus kommen“, fügt er hinzu. Zu beachten sei auch die nahe Auf- und Abfahrt der B45. Die Einbahnstraße wurde als einzige Lösung während des Kreiselbaus erachtet.

Michael Übel kann das nicht verstehen. Der Inhaber des „Zoohaus Dieburg“ verzeichnet einen Umsatzrückgang von bis zu 25 Prozent, seit die Regelung im Oktober in Kraft trat. „Ich habe drei feste Angestellte und drei Aushilfen“, so Übel. „Je einer muss leider gehen.“ Zudem ärgert sich Übel über die Ampelschaltung im südlicheren Verlauf der Frankfurter Straße. All das erschwert sein Geschäft und hält die Leute aktuell davon ab, im I-Nord einzukaufen.

Besonders die Kleinen leiden

Viel tun können die Unternehmer nicht: Auch die großen Filialisten wie Aldi, Lidl oder Mc Donald’s spüren den Rückgang an Kunden, weisen mit Schildern an den Baustellen darauf hin, dass sie nach wie vor da sind. Die Großen dürften die Zeit bis Ende März, wenn der Kreisel fertig sein soll, weitestgehend schadlos überbrücken. Für die kleineren Händler dagegen wird es ein harter Winter.

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