Sie haben Angst vor Spekulanten

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Die Mitglieder des Hundesportvereins SV Groß-Zimmern „Am Wald“ wollen auch in Zukunft auf ihrem Vereinsgelände üben, prüfen und feiern.

Groß-Zimmern – Sie sind ein kleiner Verein, haben 40 Mitglieder und 15 Hunde. In zwei Jahren wollen sie ihr großes Jubiläum feiern. Doch der Gemeinde scheint das egal zu sein. Sie lässt die Hundesportler schon seit zwei Jahren auf einen neuen Pachtvertrag für ihr Vereinsgelände warten. Von Andreas Einbock

Hans-Jürgen Depner ist seit einem halben Jahr Vorsitzender des Hundesportvereins SV Groß-Zimmern „Am Wald“ . Doch das Theater um den Pachtvertrag für das 2000 Quadratmeter große Vereinsgelände dauert schon zwei Jahre. „Damals lief unser Vertrag nach zehn Jahren aus. Seitdem werden wir von der Gemeinde nur vertröstet und hingehalten, obwohl uns im Februar ein neuer Pachtvertrag versprochen wurde“, sagt Depner mit aufgebrachter Stimme und fügt hinzu: „Am Anfang hieß es, auf unserem Gelände soll ein Grillplatz entstehen. Dann merkten die, dass es so einen schon 200 Meter entfernt gibt.“

Hans-Jürgen Depner.

Depner vermutet, dass hinter allem die Expansionspläne einer benachbarten Baufirma stecken. Doch die habe die 7000 Quadratmeter große Brachfläche hinter dem Vereinsgelände bekommen, vermutet der Messeler. „Auf diese Idee haben wir die Gemeinde durch unsere Anfrage nach einem alternativen Gelände selbst erst gebracht“, berichtet der Vereinschef, der nun wie seine 40 Vereinsmitglieder in ständiger Angst lebt, den sich jährlich automatisch verlängernden Pachtvertrag zum Jahresende gekündigt zu bekommen. „Wir müssen unser Dach reparieren und unser 70-jähriges Vereinsjubiläum vorbereiten. Wie sollen wir das planen, wenn wir vor die Tür gesetzt werden?“, fragt sich Depner.

Verein baut derzeit sein Angebot aus

Vor allem baue man das Vereinsangebot aus und will in Zukunft neben Erziehungskursen, Fährtenarbeit, Gehorsamsübungen, Schutzdienst und Prüfungsabnahmen, eine Welpenstunde anbieten. Auch Hundeführerin Andrea Engelhardt bedauert den mangelnden Einsatz der Gemeinde: „Es wäre schade, wenn Kindern wieder eine Freizeitmöglichkeit genommen würde.“

Vereinschef Depner vermutet hinter der Ungewissheit reine Geldgier der Gemeinde, da sein Verein jährlich nur 50 Euro Pacht bezahlt. „Nur weil die Gemeindekasse leer ist, sollen wir als gemeinnütziger Verein verkauft werden. Will der Bürgermeister etwa so seine soziale und gesellschaftliche Pflicht gegenüber dem Gemeinwesen wahrnehmen?“, schimpft Depner.

Gemeinde will weiter über das Gelande nachdenken

Katharina Stockmann übt mit Mischling Anton den Gehorsam. Von hinten gibt Hundeführerin Andrea Engelhardt Tipps.

Unterdessen gibt sich Bürgermeister Achim Grimm wortkarg und verweist auf schwebende Gespräche sowie eine Gemeinderatssitzung im September, bei der es allerdings nur um das benachbarte Brachland gehen solle. „Es muss uns als Gemeinde doch erlaubt sein, über unsere Grundstücke nachdenken zu dürfen“, erklärt der Rathauschef. Von einer Kündigung des Vereinsgeländes könne derzeit keine Rede sein.Am 30. September läuft die dreimonatige Kündigungsfrist aus. Bis dahin müssen Vereinschef Depner und seine Hundesportfreunde in Ungewissheit leben und vielleicht noch länger.

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