OVB greift hart durch: Inkasso-Büro treibt Schwarzfahrer-Strafen ein

Von Norman Körtgebr /Offenbach - Die Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB) greifen hart gegen Schwarzfahrer durch. Auf diejenigen, die keinen Fahrschein lösen, erwischt werden und dann das fällige Bußgeld in Höhe von 40 Euro nicht zahlen, setzt die OVB ein Inkassobüro an.

Gegen Mehrfachtäter wird Strafanzeige erstattet.br /Schwarzfahrer haben eine miserable Zahlungsmoral. Nicht nur vor Fahrtantritt, sondern auch dann, wenn ein Bußgeld verhängt worden ist. Die Statistik der OVB beweist es.br /Seit Mai diesen Jahres wurden 852 Schwarzfahrer in Offenbacher Bussen erwischt. 53 davon zahlten das 40-Euro-Bußgeld sofort in bar. 307 überwiesen das Geld innerhalb der Sieben-Tages-Frist. Etwa 25 OVB-Nutzer legten Widerspruch ein.br /Aber: Knapp 470 Schwarzfahrer - mehr als die Hälfte - sind sich offenbar keiner Schuld bewusst. Sie ließen die Frist verstreichen und zahlten nicht. Damit summiert sich alleine seit Mai immerhin ein Betrag von knapp 19.000 Euro.br /Bisher hatte die OVB auf die säumigen Schwarzfahrer nur mit zwei Mahnschreiben reagiert und danach keine weiteren Konsequenzen gezogen. Zur Freude der Nichtzahler.br /Doch jetzt hat die OVB ein bundesweit agierendes Inkasso-Büro beauftragt, um die Bußgelder einzutreiben. Und zwar nicht nur die seit Mai diesen Jahres, sondern die seit 2005. Insgesamt 4856 Fälle oder in Euro umgerechnet mehr als 190.000 Euro.br /Wer bei Inkasso an dunkel gekleidete und muskelbepackte Männer denkt, die mit grimmigen Blick an der Haustür klingen, liegt hier falsch. Vielmehr schickt das Inkasso-Büro zunächst eine Mahnung, erklärt OVB-Sprecherin Christine Semmler. Darin wird der Schwarzfahrer aufgefordert, die 40 Euro plus eine Bearbeitungsgebühr zu bezahlen. Diese Gebühr beträgt nach Aussage von Semmler etwa 34 Euro. Das Schwarzfahren kostet also dann auf jeden Fall schon mal knappe 80 Euro. Die Bearbeitungsgebühr wird vom Inkasso-Büro einbehalten, die 40 Euro gehen an die OVB.br /Zahlt der Schwarzfahrer dann immer noch nicht und legt auch keinen Widerspruch ein, dann gibt es eine zweite Mahnung mit einem weiteren Gebührenaufschlag. Fruchtet auch dies nicht, werden rechtliche Schritte eingeleitet. Ein Rechtsanwalt bearbeitet dann den Fall. "Dann kann es bis zu einer Gerichtsverhandlung kommen", erklärt Semmler. Doch soweit kommt es in der Mehrzahl der Fälle nicht. "Meist reicht der erste Brief vom Inkasso-Büro aus", so Semmler.br /Kein Pardon kennt die OVB bei Mehrfachtätern, also Schwarzfahrern, die innerhalb von 90 Tagen mehr als einmal erwischt werden. Dann erstattet die OVB Strafanzeige. 47 Mal ist dies zwischen Mai und September passiert. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 81 Fälle. Angewendet wird dabei der Paragraf 265a des Strafgesetzbuches. Dieser sieht für das Erschleichen von Leistungen eine Geldstrafe oder Gefängnis bis zu einem Jahr

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