Protest gegen Änderungen der Rundfunkgebühr

GEZ: Frankfurter Studenten wollen nicht zahlen

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Fernsehgucken gern, GEZ dagegen nicht: Der Frankfurter Studierendenausschuss würde die Rundfunkgebühren am liebsten abschaffen.

Region Rhein-Main – „Genug GEZahlt!“ steht auf den Flyern, die in der vergangenen Woche beim Sommerfest des AStA in Frankfurt in Umlauf waren. Eine Studentenorganisation aus Berlin hat die Flyer in Umlauf gebracht und möchte so die Rundfunkgebühren für Studis auf sechs Euro pro Monat senken. Von Julia Renner

Ab dem kommenden Jahr wird die Rundfunkgebühr zum Rundfunkbeitrag. Das Besondere: Niemand muss dann mehr angeben, ob er drei Fernseher und zwei Radios Zuhause hat. Denn dann gilt: Eine Wohnung, ein Beitrag. Egal, wie viele Empfangsgeräte jemand besitzt. Das heißt, dass auch Menschen, die weder Radio noch TV oder Internet in den heimischen vier Wänden haben, zahlen müssen. 17,98 Euro jeden Monat.

Dass so viel Geld auch Studenten zahlen sollen, findet Frederik Ferreau ungerecht. „Es kann nicht sein, dass Studenten so viel zahlen müssen wie Berufstätige“, sagt der Vorsitzende des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in Berlin. Sechs Euro dagegen könnten sich die meisten jeden Monat noch leisten. Wie viele Menschen das unterstützen, zeigen rund 1700 Unterschriften von Bürgern aus ganz Deutschland. Auf der Internetseite www.genug-gez-ahlt.de und auf klassischen Unterschriftenlisten haben Gleichgesinnte bisher unterzeichnet. Ferreau hofft auf noch mehr Unterstützer, um den Studenten zumindest Gehör zu verschaffen.

Bei den Studenten in ganz Deutschland, sagt der RCDS-Vorsitzende, ist die Bereitschaft groß, die Rundfunk-Aktion zu unterstützen. Auch an der Frankfurter Goethe-Uni, wo es eine von 90 bundesweit RCDS-Gruppen gibt.

Daniel Katzenmaier, Vorsitzender des AStA, geht noch einen Schritt weiter: „Wir sind generell für die Abschaffung der Rundfunkgebühr.“ Die Studenten aus der Mainmetropole setzen sich dagegen für eine Kulturflatrate ein. Und das nicht nur deshalb, weil die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) viel zu bürokratielastig sei. Ein AStA-Arbeitskreis beschäftige sich derzeit mit einem Konzept zur kompletten Abschaffung der Rundfunkgebühr.

Einen Vorteil hat die neue Gebühr für Studenten jedoch: In Wohngemeinschaften muss künftig nicht mehr für jedes Gerät gezahlt werden, sondern nur noch einmal für die komplette Wohnung. Das sehen auch Frederik Ferreau und Daniel Katzenmaier so, zumindest theoretisch. „Es gibt viele WGs ohne Radio oder Fernsehen“, sagt Katzenmaier. „Statistisch gesehen gibt es aber deutlich mehr Single-Wohnungen als WGs“, sagt Ferreau. „Aus unserer Sicht ist auch nicht ganz klar, was als WG definiert wird. Was ist zum Beispiel mit dem Studentenwohnheim?

Wer den Ring Christlich-Demokratischer Studenten unterstützen will, kann das auf www.genug-gez-ahlt.de.

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