Von Gewinnspiel-Gauner reingelegt

Von Christian Reinartzbr /Offenbach - Hermann Bämpfer und seine Frau Brigitte fühlen sich im Stich gelassen. Erst bucht eine Firma aus Hanau widerrechtlich Geld von ihrem Konto ab. Dann lassen Polizei und Postbank sie im Stich.

Das Rentner-Ehepaar versteht die Welt nicht mehr.br /Als Hermann und Brigitte Bämpfer am Morgen ihre Post öffnen, trauen sie ihren Augen nicht. Ein Brief der Firma Winxtreme eröffnet ihnen, dass sie ein Gewinnspiel-Abonnement abgeschlossen haben und von nun an, an über 600 Gewinnspielen teilnehmen dürfen. "Dabei habe ich doch nie etwas unterschrieben", beteuert Hermann Bämpfer. Als er dann weiter unten die Kosten liest, fährt ihm der Schreck in die Glieder. 49 Euro pro Monat sollen zukünftig per Lastschriftverfahren von seinem Konto abgebucht werden. Den beiden wird mit einem Schlag klar: "Wir sind Opfer von Betrügern geworden."br /Kurios, denn die Bämpfers haben nicht mal einen Computer und konnten folglich auch nicht mit der Internet-Firma in Kontakt treten. Das war aber auch gar nicht nötig, denn die Firma hat sich die Daten offenbar auf illegalem Weg beschafft - per Datenhandel, wie etwa der jüngste Fall bei der Telekom illustriert. Über Jahre waren dort die Kundendaten nicht richtig gesichert worden.br /Für Hermann Bämpfer war das dreiste Anschreiben zu diesem Zeitpunkt noch ein schlechter Scherz. Als er seinen Fall dann bei der Polizeistation in Mühlheim schildern wollte, war ihm nicht mehr zum Lachen zumute: "Die haben einfach gesagt, dass sie dafür nicht zuständig sind und mich zu meiner Bank geschickt." Bämpfer ließ es sich gefallen und stattete seiner Postbankfiliale in der Offenbacher Marienstraße einen Besuch ab, um die Angelegenheit zu klären. "Da konnte ich zwar das Geld zurück buchen, aber die haben mir erklärt, dass sie diese Betrüger-Buchungen nicht dauerhaft blockieren können", erinnert er sich. Eine groteske Situation: Die Polizei wollte ihm nicht helfen, die Postbank auch nicht. "Ich war verzweifelt", sagt Bämpfer.br /Dabei weiß die Polizei von den betrügerischen Machenschaften von Winxtreme schon länger, wie Polizei-Pressesprecher Henry Faltin mitteilte. Mittlerweile haben die Beamten der Offenbacher Polizei auch den Bämpfer-Fall aufgenommen.br /Ein Abfrage in der Internetdatenbank Whois zeigt, dass ein Hanauer die betrügerische Seite besitzt. "Diese Fälle werden aber alle zentral nach Düsseldorf geleitet", erklärt Faltin. Dort befindet sich der Haupt-Firmensitz des Ganoven, gegen den schon in vielen Fällen ermittelt werde, heißt es bei der Polizei.br /Für Bämpfer nur eine kleine Beruhigung, denn er fürchtet die fortlaufende monatliche Abbuchung durch Winextrem. "Das werden wir zukünftig verhindern", zeigt sich die Pressesprecherin der Postbank, Iris Laduch, nach einer Anfrage des EXTRA TIPPs einsichtig. Dennoch sei es ob der unzähligen Lastschriften nicht möglich, solche Betrugsfälle grundsätzlich auf diese Weise abzuhandeln: "Das wäre ein zu großer Aufwand."br /Bämpfer ist zwar glücklich, dass er sich keine Sorgen mehr machen muss: "Aber andere Opfer haben vielleicht weniger Glück. Für die fühlt sich dann wahrscheinlich auch wieder keiner zuständ

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