Der Gencode der Verbrecher

Von Norman Körtgebr /Region Rhein-Main - Jetzt geht es den Verbrechern an den Kragen. Denn jeder von ihnen hinterlässt am Tatort seine Spuren. Handschuhe schützen vor Fingerabdrücken, aber gegen herabrieselnde Hautschuppen und Haare sowie Schweißtropfen kann sich keiner wehren.

Und die Polizei findet sie, wertet sie aus und identifiziert die Täter. Polizeipräsident Heinrich Bernhardt spricht von einer Erfolgsstory.br /Aktueller Fall: Der Knastaufenthalt eines Offenbachers wird wohl länger dauern als ursprünglich geplant. Denn dem 24-Jährigen, der wegen mehrfachen Diebstahls bereits hinter Schloss und Riegel sitzt, konnte eine weitere Tat nachgewiesen werden. Im Juni 2007 brach er in das katholische Gemeindezentrum in der Offenbacher Marienstraße ein. Eine damals gesicherte DNA-Spur führte nun zu ihm.br /"Mittlerweile wird bei fast jeder Spurensicherung auch DNA-Material entdeckt", berichtet Polizeichef Bernhardt. In Südost-hessen sammelten die Polizisten im vergangenen Jahr 3.389 solcher Spuren. In 422 Fällen identifizierte die Polizei damit Tatverdächtige. Im Jahr 2006 war es gerade mal die Hälfte. Aufgeklärt wurden dadurch Diebstähle, Einbrüche, Raub-, Sexual- und Tötungsdelikte. Und auch Verbrecher, die sich in Sicherheit wiegen, müssen zittern. Denn seit 2004 darf in Hessen von bereits straffällig gewordenen Tätern rückwirkend ein DNA-Profil erstellt werden. Vor allem von den Kriminellen, von denen Polizei, Staatsanwaltschaft und Richter glauben, dass sie weitere Straftaten begehen könnten. Mit dem gewonnenen DNA-Profil klärte die Polizei bereits Jahre zurückliegende Taten auf.br /So überfielen im Februar 2003 zwei Männer einen Gaststättenbesitzer in Offenbach und raubten ihn aus. Hier sicherte die Polizei DNA-Spuren, konnte sie aber zunächst niemandem zuordnen. Bis die Beamten 2007 bei einem Tatverdächtigen ein DNA-Profil erstellten: Treffer! Bei der Vernehmung gestand er die drei Jahre zurückliegende Tat und verpfiff auch seinen Mittäter gleich

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