Grün statt gelb: Jetzt ist es besonders teuer

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Servet Köksal fährt eines von 28.000 Autos in Frankfurt, dass noch eine gelbe Plakette hat.

Frankfurt – Ab Januar dürfen Autos nur noch mit grüner Plakette in die Frankfurter Umweltzone fahren. Frankfurter Werkstätten arbeiten auf Hochtouren, weil Besitzer von Autos mit gelber Plakette jetzt ihre Fahrzeuge nachrüsten lassen. Dabei lohnt sich der Umbau erst im neuen Jahr. Von Angelika Pöppel

„Es ist die Hölle los“, sagt Kfz-Meister Serkan Mumcuoglu aus Frankfurt. In den letzten Wochen seien so viele Fahrzeugbesitzer zur Nachrüstung gekommen, dass er viele sogar wegschicken musste. Denn Autofahrer haben nur noch rund einen Monat Zeit, um einen neuen Rußfilter in die alten Diesel-Fahrzeuge einbauen zu lassen. Sonst können sie ab dem 1. Januar nicht mehr in die Frankfurter Umweltzone fahren. Bei einem Verstoß drohen 40 Euro Geldbuße. „Es gibt keine Übergangsfrist, die Autobesitzer hatten genug Zeit“, sagt Ralph Rohr vom Frankfurter Ordnungsamt.

Förderung gibt es nicht rückwirkend

Um einer Strafe zu entgehen, muss auch Servet Köksal aus Frankfurt seinen Diesel umrüsten lassen. „Das ist richtig teuer“, sagt der 45-Jährige. Der Werkstattbesuch kostet ihn stolze 1700 Euro. Denn bei ihm muss auch der Katalysator gewechselt werden. Dabei hat er seinen Wagen erst vor einem Monat gekauft. „Mir wurde gesagt, dass er eine grüne Plakette hat“, erklärt Köksal. Doch bei der Zulassungsstelle stellte sich heraus, dass der Diesel nur eine gelbe Plakette bekommt. Jetzt hofft er auf die Förderung von 330 Euro, die der Staat ab Januar 2012 zur Nachrüstung beisteuert. Doch: Wenn Köksal sein Auto noch im Dezember in die Werkstatt gibt, bekommt er die Förderung rückwirkend nicht. Deshalb sollten Autofahrer mit der Nachrüstung bis zum nächsten Jahr warten. Doch das wissen scheinbar nur wenige. Denn auch bei Auto Teile Unger (ATU) in Frankfurt rüsten die Mitarbeiter jede Woche mehrere Fahrzeuge um, sagt ATU-Pressesprecher Markus Meißner. „Die Nachfrage ist spürbar gestiegen.“ Derzeit haben laut Zulassungsstelle etwa 28.000 Autos und 7.000 Lastwagen in Frankfurt keine grüne Plakette. Auch beim Auto-Service-Safar in Frankfurt interessieren sich viele Fahrzeugbesitzer für die Nachrüstung. „Aber die Preise schrecken ab“, sagt Inhaber Wolfgang Bohlig. Den Rußpartikel nachträglich einbauen zu lassen, koste zwischen 600 und 900 Euro. Doch wenn das Fahrzeug älter als fünf Jahre oder mehr als 80.000 Kilometer gefahren ist, kommt der Preis für einen neuen Katalysator dazu. Dadurch verdoppeln sich die Kosten. Deshalb werden auch Autohändler wie Michael Rumrich aus Frankfurt Diesel mit gelber Plakette nur schwer los. „Über den Preis geht alles“, sagt Rumrich. Er muss die Autos günstig ins Ausland verkaufen – ein Schnäppchen für die Fahrer aus den Nachbarländern

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