Gefahr am Zebrastreifen: Muss erst etwas passieren, bevor die Stadt reagiert?

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Bereits vor dem Zebrastreifen wird Tempo 30 aufgehoben.

Frankfurt – Der Schrecken steht beiden ins Gesicht geschrieben: Der jungen Autofahrerin und der jungen Mutter. Es ist Mittwochnachmittag in Frankfurt und auf der Homburger Landstraße in Höhe Hausnummer 701 hätte es beinahe einen entsetzlichen Unfall gegeben. Auf einem Zebrastreifen. Die Autofahrerin hatte die Fußgängerin samt Kinderwagen zu spät gesehen, weil ein parkendes Auto die Sicht versperrte. Ähnlich erging es der Mutter. Weil sie den Kinderwagen vor sich herschob, kam ihr das herannahende Auto erst spät ins Blickfeld. Von Norman Körtge

Kein Einzelfall wie Anwohnerin Claudia Krah berichtet. Zum einen sei es ihr schon ähnlich ergangen wie der Autofahrerin. Verdeckt durch ein in der Parkbucht vor dem Zebrastreifen stehendes Auto sah sie ein Schulkind erst im letzten Moment. „Ich habe mich wahnsinnig erschrocken“, erzählt sie. Problematisch sei die Situation erst seit dem Anfang des Jahres die Parkbuchten angelegt worden sind. „Da steht eigentlich immer ein Auto“, weiß die Frankfurterin. Unübersichtlich wird die Lage zusätzlich dadurch, dass die Homburger Landstraße direkt hinter dem Zebrastreifen in die vorfahrtsberechtigte Straße Am Wendelsgarten mündet. „Viele Autofahrer schauen da mehr nach links ob sie freie Fahrt haben anstatt nach rechts, ob jemand am Zebrastreifen steht“, hat Krah beobachtet.

Krah beschwerte sich bereits im März

Bereits vor dem Zebrastreifen wird Tempo 30 aufgehoben.

Da Claudia Krah die Situation für zu unübersichtlich und zu gefährlich hält, informierte sie bereits im März das Frankfurter Straßenverkehrsamt. „Ich will nicht, dass erst etwas passierem muss und danach reagiert wird“, meint sie. Doch auf ihr erstes Schreiben gab‘s keine Antwort. Irgendwo muss es verloren gegangen sein, erfuhr Krah, als sie auf ihre erneute Nachfrage vor einer Woche einen Brief des Straßenverkehrsamtes bekam. Darin heißt es, dass nach einem Ortstermin die von Krah beschrieben Gefährdung nicht nachzuvollziehen ist. Wortwörtlich heißt es weiter: „Trotz der Parkbucht sind wartende Fußgänger für Kraftfahrer, die an die Einmündung heranfahren, bei der vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 Stundenkilometern rechtzeitig sichtbar.“

Straßenverkehrsamt erwägt Veränderungen

Aber das stimmt nicht. Bereits einige Meter vor dem Zebrastreifen wird die Tempo-30-Zone aufgehoben. Das bestätigt auf EXTRA-TIPP-Nachfrage auch Joachim Bielefeld vom Straßenverkehrsamt. „Rein rechtlich ist in diesem Bereich aber alles korrekt“, sagt er. Allerdings wird er sich nun die Situation noch einmal vor Ort anschauen. Er habe eventuell schon eine Idee, wie man die Sache übersichtlicher gestalten könnte.
Das freut dann auch Claudia Krah: „Denn was nützt es, wenn auf einem Grabstein steht ‚Er hatte Recht‘“, sagt die aufmerksame Frankfurterin.

 

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