„Gebt mir endlich meine Programme wieder!“

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Erika Saalbach vor ihrem Fernseher, der seit sechs Wochen nur Schnee zeigt.

Region Rhein-Main – Sechs Wochen Langeweile liegen hinter Erika Saalbach. Wenn die Hartz-IV-Empfängerin ihren Fernseher anschaltet, zeigt das Bild nur Schnee. Doch obwohl sie sich ständig beschwert, wird sie von ihrer Wohnungsbaugesellschaft immer wieder vertröstet. Von Christian Reinartz

Die nehmen mich doch gar nicht ernst“, sagt Erika Saalbach aus Dieburg. Sie ist Hartz-IV-Empfängerin und wohnt seit 14 Jahren in derselben Wohnung in Dieburg. Immer hatte sie Fernsehen. „Zwar nur die dritten Programme, aber es ging“, sagt sie. Doch seit der Umstellung auf das digitale Satelliten-Programm läuft auf Saalbachs Bildröhre nur noch flimmernder Schnee. Erst denkt sie, dass an ihrem Fernseher etwas nicht stimmt, lässt alles überprüfen. „Doch der Fernsehtechniker hat nachgemessen und mir gesagt, dass meine Leitung tot ist“, sagt Saalbach. Sie meldet das sofort der Wohnungsbaugesellschaft Bauverein in Darmstadt. Dort gibt man vor, das Problem der Mieterin schnell lösen zu können. „Doch da ist nie was passiert“, sagt sie sauer: „Mittlerweile hab ich dort zigfach angerufen.“ Auch schriftlich macht sie auf den gestörten Empfang aufmerksam. Nichts ändert sich.

Ich habe doch nicht so viel Abwechslung. Da ist der Fernseher für mich sehr wichtig“, sagt Saalbach: „Die Wochen waren furchtbar. Dabei habe ich doch ein Recht auf Empfang.“ Das bestätigt auch Jens Giwitz, Jurist beim Mieterschutzverein in Frankfurt. „Der Vermieter muss für eine funktionierende Antennendose sorgen, wenn diese bei Einzug vorhanden war.“ Sechs Wochen seien eine viel zu lange Zeit, um einen solchen Schaden zu beheben.

In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an den EXTRA TIPP. Der hakt beim Darmstädter Bauverein nach. Dort gibt man sich verständnisvoll. Die zuständige Mitarbeiterin versichert: „Wir werden sofort jemanden rausschicken, der das Problem ein für alle Mal löst.“

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