Sie fürchten um ihr Geschäft

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Ulrike Mohr (links) und Sybille Becker haben Sorge, dass ihnen die Kunden wegbleiben, solange an der Hauptstraße gebaut wird.

Eppstein – Die Bagger rollen und das treibt den Geschäftsleuten an der Hauptstraße in Vockenhausen den Angstschweiß auf die Stirn. Bis ins Jahr 2014 wird die Hauptverkehrsstraße umgebaut. Die Geschäftsleute fürchten nun um ihren Umsatz. Von Julia Renner

Ob Bäcker, Metzger, Friseur, Obst- und Gemüsehandel, Kosmetiker oder Bekleidungsgeschäft: Auch aus den Nachbarorten kommen die Kunden, um an der Hauptstraße einkaufen zu gehen. Ab sofort wird das aber problematisch. Denn der Verkehr fließt an der Hauptschlagader des Ortes nur noch halbseitig, wird per Ampel geregelt.

„Da muss was passieren“, sagt Sybille Becker. Sie hat ein Bekleidungsgeschäft an der Straße und macht sich Sorgen, dass die Geschäfte auf der Strecke bleiben könnten. „Ich habe Sorge, dass die Kunden wegbleiben“, sagt Becker.

Auch beim Stammtisch Industrie, Handwerk, Handel sei die Straßensperrung Anfang der Woche wieder Thema gewesen. Der Tenor: „Wir hoffen, dass wir es schaffen, so lange durchzuhalten.“ Immerhin bleibe die Baustelle bis 2014. Die Geschäftsleute wissen, dass sie nicht viel machen können. „Wir können den Kunden auch schlecht drei Jahre lang Baustellen-Rabatt geben“, sagt Becker. Einige besondere Aktionen soll es dennoch geben. Zunächst um darauf hinzuweisen, dass die Geschäfte an der Hauptstraße noch angefahren werden können.

Umsatzeinbußen in den nächsten Jahren

Denn viele Kunden wissen nicht, dass sie noch die Hauptstraße befahren können. Das hat auch Andreas Rücker in den vergangenen Tagen gemerkt. Viele Kunden hätten gefragt, ob sie denn noch her kommen könnten, sagt der Metzger. Er rechnet mit Umsatzeinbußen in den nächsten Jahren, ebenso Ulrike Mohr.

Sie betreibt einen Obst- und Gemüsehandel und hat Bedenken, dass sie viele gute Kunden verlieren könnte, weil die Baustelle für lange Zeit bleibt. „Denn danach müssen wir die Kunden erstmal wieder zurück gewinnen“, sagt sie.

Alle Geschäftsleute wissen, dass die Straße neu gemacht werden muss. „Das steht für uns außer Frage“, sagt Sybille Becker. Sie wünschen sich jedoch, dass die Stadt gezielt darüber informiert, dass die Geschäfte angefahren werden können. Und dass die Arbeiten in weniger als drei Jahren beendet werden könnten, würden die Geschäftsleute auch begrüßen.

Nur einzelne Abschnitte gesperrt

Eppsteins Erster Stadtrat Alexander Simon versucht zu beschwichtigen: „Die Straße ist nur für den überörtlichen Verkehr gesperrt.“ Der innerörtliche Verkehr könne auch weiterhin fließen. Außerdem werde in einzelnen Abschnitten gebaut, die Straße als Ganzes sei also nicht betroffen.

Alexander Simon weiß, dass die Geschäftsinhaber dennoch Bedenken haben und eine solche Baustelle auch Einschränkungen mit sich bringt. Eppsteins Erster Stadtrat hofft jedoch, dass die Leute sehen, dass es gar nicht so schlimm ist, sobald die Arbeiten erst einmal richtig losgegangen sind.

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