EXTRA TIPP hilft aus Falle

Schnäppchen-Reise mit gemeinem Haken

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Mehmet Ali Selcuk zeigt das Prospekt mit der Türkei-Reise.

Offenbach - Dass die Billig-Reise eines Offenbacher Vereins in die Türkei Haken haben würde, ahnten die Teilnehmer. Dass aber mit Inkasso nachgehakt würde, war dann doch eine böse Überraschung. Von Norman Körtge

Mehmet Ali Selcuk ist ein äußerst gewissenhafter Mensch. Auf ihn können sich die Mitglieder des Freundschaftsverein Türkei in Offenbach verlassen, wenn er eine Gruppenreise bucht. Aber bis Freitag dieser Woche hatte Selcuk ein Problem. Der Reiseveranstalter setzte ein Inkassobüro auf ihn an. „Ich lebe seit 35 Jahren in Deutschland. So was habe ich noch nicht erlebt“, sagt Selcuk. Dabei schien seiner Ansicht nach alles auf einem nicht aufgeklärten Missverständnis zu beruhen.

"Wir haben mit Haken gerechnet" 

Die Fakten sind schnell zusammen getragen: Selcuk buchte für 28 Personen die Fünf-Sterne-Türkei-Bildungsreise „Auf den Spuren der Apostel durch Kappadokien“ beim Reiseveranstalter RSD – Reise Service Deutschland. Pro Person für 199 Euro. Ein Schnäppchenpreis. „Uns war bewusst, dass es zu großen Teilen eine Butterfahrt mit vielen Stopps an Verkaufsläden ist. Aber wir wollten einfach eine gemeinsame Gruppenreise in die alte Heimat machen“, wie Vereinsmitglied Mehmet Harmanci erzählt: „Wir haben mit Haken gerechnet, aber nicht das nachgehakt wird.“

Inkasso-Schreiben und Schufa-Eintrag

Das Problem: Nur 26 Angemeldete haben die Reise am 23. März angetreten. „Das haben wir auch der Reiseleitung vor Ort so mitgeteilt“, sagt Selcuk. Anstatt 14 wurden nur jeweils 13 Doppelzimmer in den Hotels benötigt. Aber noch während der Reise verschickte RSD am 25. März eine Rechnung an Selcuk wegen zwei Einzelzimmerzuschlägen in Höhe von jeweils 79,10 Euro. Darin wurden bereits die Stornokosten verrechnet. Als Selcuk nach der Rückkehr am 30. März die Rechnungen vorfindet, will er das klären. Stattdessen kommt bereits am 7. April eine Mahnung inklusive Mahngebühr von fünf Euro. RSD beharrt trotz Erklärungen, es sei kein Zimmer als Einzelzimmer genutzt worden, auf der Bezahlung. Selcuk weigert sich, sieht sich im Recht. Das hat Folgen: Am 13. Mai flattert ihm ein Schreiben eines Inkassounternehmens ins Haus. Wegen der Inkasso-Zuschläge beläuft sich die Forderung auf 234,27 Euro. Verbunden damit die Drohung eines Schufa-Eintrages. Selcuk schaltet sofort einen Anwalt ein – und diese Woche den EXTRA TIPP.

EXTRA TIPP klärt die Situation auf

Und plötzlich kann RSD alles aufklären. „Systemseitig automatisch“ sind die Einzelzimmerzuschläge berechnet worden. Nach intensiver Prüfung vor Ort steht jetzt aber auch für RSD fest, dass keine Einzelzimmerbelegung vorlag. Deshalb hat der Veranstalter nun auch das Inkassobüro informiert, dass keine offene Forderungen mehr bestehen. Entsprechende Schreiben an Selcuk sollen bereits auf dem Weg sein. Der EXTRA TIPP konnte Mehmet Ali Selcuk die gute Nachricht am Freitagnachmittag überbringen: „Vielen Dank. Jetzt bin ich wirklich erleichtert“, war seine Antwort: „Und ein schönes Wochenende!“

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