Lärm nach 22 Uhr auf dem Friedberger Platz

Freitags-Party wieder vor dem Aus?

+
Der Friedberger Platz ist freitags oft so überfüllt, dass die Besucher auf die angrenzende Fahrbahn ausweichen – die Stadt hat reagiert.
  • schließen

Frankfurt  – Trotz Bemühung der Stadt nimmt die wöchentliche Massen-Party auf dem Friedberger Platz  immer neue Auswüchse an. Auch Befürworter  fürchten das Aus. Von Angelika Pöppel 

Dauerthema: Massen-Party auf dem Friedberger Platz. Der Freitagsmarkt lockt seit Jahren hunderte Frankfurter bei schönem Wetter ins Nordend. Um den Wochenmarkt geht es schon lange nicht mehr, stattdessen um die Party drumherum. In den vergangenen Wochen versammelten sich so viele Frankfurter auf dem kleinen Platz, dass die Polizei die angrenzende Fahrbahn sperrte. Grund: Betrunkene Gäste stolpern immer wieder auf die vielbefahrene Friedberger Landstraße.

Fahrbahn muss gesperrt werden

Lesen Sie mehr zum Freitagsmarkt:

Party darf weitergehen

Jetzt geht die Party am Luisenplatz weiter

Marc Henklein kämpft für den Markt am Freitag

freitagsmarkt: Nordend wird zur Müllkippe

Aus für den Freitags-Markt

Doch das Frankfurter Ordnungsamt sieht aktuell keinen Grund für neue Regelungen. Sogar der Runde Tisch, an dem sich Gegner und Befürworter an die Stadt richten können, findet nur noch alle vier Monate statt. „Das Wichtigste ist, dass der Platz pünktlich geräumt wird und das funktioniert mittlerweile sehr gut“, sagt Andrea Brandl, Referentin im Ordnungsamt. Doch seit einigen Wochen zeichnet sich ein Negativ-Trend ab. Sogar die Befürworter schlagen jetzt Alarm. „In den vergangenen Wochen wurde die Regel ‘Wir geh‘n um zehn‘ nicht eingehalten“, schreibt die Initiative „Friedberger Markt – du machst es möglich“ auf ihrer Internetseite. Erst vor knapp einem Jahr, gelang es den Befürwortern den Wochenmarkt von Mittwoch auf Freitag zurück zu verlegen – nun bangen sie erneut um die Existenz. „Der Treffpunkt ist für die Fans ein einmaliges Stück Stadt- und Begegnungskultur. Aber er hat nur Bestand, wenn Rücksichtnahme auf die Anwohner geübt wird“, mahnt die Initiative.

Wildpinkler nicht unter Kontrolle gebracht 

Die Gegner des Freitagsmarktes kämpfen seit Jahren für Regeln, die den Lärm und Dreck reduzieren. Doch: „Die Stadt verspricht viel, aber hält nur wenig“, sagt ein Sprecher der Initiative „Leben am Friedberger Markt“. Der Platz wird zwar jeden Freitag von Mitarbeitern der Stadt gereinigt, aber die anliegenden Straßen und Plätze bleiben verdreckt. „Auch den Wildpinklern wird die Polizei trotz sechs aufgestellten Toiletten-Häuschen nicht Herr – versprochen wurden damals neun Häuschen“, sagt der Sprecher.

Dass der Platz dem Ansturm kaum gewachsen ist, zeigt sich auch an der Grünfläche. Riesige Löcher haben die Besucher ins Grün getrampelt. „Die Wiese konnte sich seit vergangenem Sommer nicht regenerieren“, sagt der Markt-Gegner.

Ein weiteres Problem: Immer wieder verlagert sich die Party nach Räumung des Platzes ab 22 Uhr in das Wohngebiet. Neuer Treffpunkt ist der Kleine Friedberger Platz – frisch getauft auf Matthias-Beltz-Platz.

In den vergangenen Jahren wichen die Partygäste auch immer wieder auf den Luisenplatz aus. „Wir beobachten die Situation am Kleinen Friedberger Platz. Aber bisher gab es noch keine Beschwerden der Anwohner“, sagt Andrea Brandl vom Ordnungsamt.

Mehr zum Thema

Angelika Pöppel

Angelika Pöppel

E-Mail:angelika.poeppel@extratipp.com

Kommentare