Frau getötet und Haus in die Luft gejagt: Täter gesteht

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Der Angeklagte Artjom M. hat seine Taten bereits gestanden.

Darmstadt/Münster – Vor vier Monaten sprengte ein 29-Jähriger fast ein komplettes Zweifamilienhaus in die Luft. Damit wollte der Mann den tödlichen Streit mit seiner 62-jährigen Bekannten vertuschen. Nun hat der Mann vor dem Darmstädter Landgericht gestanden. Von Dirk Beutel

Es war ein tödlicher Streit um Geld. Artjom M. ist vor dem Darmstädter Landgericht angeklagt. Der 29-Jährige soll sich mit einer Bekannten, die er „Tante“ nannte, um 1500 Euro gestritten haben. Weil die 62-Jährige Tsovik S. ihm vorwarf, dieses Geld gestohlen zu haben, rastete der gebürtige Armenier aus: Er packte die Frau am Arm, schleuderte sie durch ihr Schlafzimmer. Dabei stürzte sie und starb. Unter Schock flüchtete der Täter. Aber um seine Tat zu vertuschen, kehrte Artjom M. am nächsten Morgen zurück, verteilte überall Benzin und steckte die Wohnung in Brand. Es kommt zur Explosion, das obere Stockwerk fliegt buchstäblich in die Luft. Unklar ist noch das Motiv: Die Zeugin und Nichte des Opfers, Marianna N. (33), wirft dem Angeklagten Spielschulden vor. Allerdings fehlen hierzu die Beweise.

Artjom M. hat die Vorwürfe der Anklage bereits am ersten Verhandlungstag gestanden. Am Freitag, 9. Dezember, wird das Urteil von Richter Volker Wagner erwartet. Staatsanwalt Sebastian Zwiebel zum Strafmaß: „Es drohen ihm mindestens fünf Jahre wegen besonders schwerer Brandstiftung, dazu kommen mindestens drei Jahre wegen Körperverletzung mit Todesfolge.“

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