Traffiq sieht keinen Handlungsbedarf

Außenspiegel-Unfall: Frankfurter warnte Traffiq

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Robert Glener hatte seinen Sohn gerade noch zurückreißen können, sonst wäre er wahrscheinlich vom Außenspiegel eines dicht vorbeirauschenden Busses erschlagen worden. Damals warnte er den Verkehrsbetrieb Traffiq. Doch der handelte nicht. Jetzt gab es erste Verletzte

Region Rhein-Main – Ein Bus erwischt mit seinem Außenspiegel vor gut zwei Wochen zwei Passanten. Die brechen bewusstlos zusammen. Dabei hatte ein Frankfurter die Verkehrsgesellschaft Traffiq schon vor über einem Jahr gewarnt. Doch die unternahm nichts. Von Christian Reinartz.

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Bus-Außenspiegel schlägt Fahrgäste k.o.

Als Robert Glener den Artikel im EXTRA TIPP über den grausigen Unfall in Frankfurt Höchst liest, traut er seinen Augen kaum. Vor gut zwei Wochen waren an der Haltstelle Hostatostraße zwei Menschen von einem heranfahrenden Bus mit dem Außenspiegel erfasst und K.O geschlagen worden. „Genau das ist mir und meinem Sohn fast auch passiert“, sagt der Frankfurter. „Ich habe ihn aber gerade noch rechtzeitig zurückgerissen. Sonst wäre er jetzt wahrscheinlich tot.“

Eigener Sohn fast vom Bus-Spiegel erfasst

Damals war ein Bus in der Höhe der Haltestelle Hessendenkmal mit vollem Karacho nah am Gehsteig vorbeigefahren. Glener wendet sich nach dem Vorfall sofort an die Verkehrsgesellschaft Traffiq, schildert die Gefahr, die von den tiefhängenden und ausladenen Spiegeln ausgehen. Nach drei Wochen erhält er schriftlich Antwort und traut seinen Augen nicht. „Die haben mich da abgefertigt und mir gesagt, dass die Busse vom TÜV zugelassen sind und deshalb alles in Ordnung sei.“

Besonders habe ihn aber geärgert, dass bei Traffiq der Fall offenbar nicht mal geprüft wurde. „Es wäre doch ein leichtes gewesen, die Busfahrer in einer Hausmitteilung auf diese gefährliche Situation hinzuweisen.“ Damals habe er sich zwar aufgeregt, das Thema dann aber nicht mehr weiterverfolgt. „Aber jetzt gab es die ersten Verletzten“, sagt Glener. „Meiner Meinung nach hätte man das aber verhindern können.“

Traffiq sieht keinen Handlungsbedarf

Bei Traffiq gibt man sich trotz Gleners frühzeitiger Warnung wenig einsichtig. Sprecher Klaus Linek: „Unsere Busfahrer sind sehr umsichtig und haben solche Situationen im Blick.“ Warum sein Unternehmen nach Gleners Warnung nichts unternommen habe, um solche Unfälle zu verhindern, erklärt er so: „Wir haben so viele Busfahrer, die jeden Tag so viele Haltestellen anfahren, ohne, dass etwas passiert. Da kann es halt auch geschehen, dass mal jemand einen Fehler macht.“ Das gelte jedoch für beide Seiten. „Im Straßenverkehr muss man gegenseitig Rücksicht nehmen“, argumentiert Linek. Und auch jetzt wolle man keine Maßnahmen ergreifen. Robert Glener ist sauer über die Reaktion von Traffiq: „Das ist der pure Hohn. Es kann doch nicht angehen, dass man nicht handelt, obwohl da Leben gefährdet werden. Wenn auch nur ein einzelner Mensch in Gefahr ist, müssen die doch tätig werden.“

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