Schandfleck Südseite

Frankfurter Hauptbahnhof: Mit dem Fernbus kommt der Müll

Frankfurt – Der Fernbus-Markt boomt. Und der Frankfurter Hauptbahnhof ist der Knotenpunkt schlecht hin. Doch mit den Bussen kommt auch der Müll. Von Angelika Pöppel

Überfüllte Mülleimer und Dreck auf den Gehwegen sind mittlerweile ein normales Bild an den Fernbus-Haltestellen.

Kopenhagen, Paris, Prag, Mailand, Budapest – 2000 Busse fahren jede Woche von Frankfurt aus quer durch Deutschland und Europa. Ob aus dem Taunus, Hanau oder Offenbach – alle steigen in Frankfurt in die Fernbusse. Dazu kommen Fahrgäste, die nur einen Zwischenstopp in der Mainmetropole einlegen. Seit der Liberalisierung hat die Frequenz des Fernbusverkehrs in der Mainmetropole enorm zugenommen. Den Reisenden bietet sich allerdings ein abstoßendes Bild der Finanzstadt. Die Mülleimer sind brechend voll. Leere Flaschen, Dosen und Chipstüten verteilen sich über den Straßen. Die sowieso schon triste Südseite des Bahnhofs sieht mittlerweile stark heruntergekommen aus. Ein Grund dafür: Die Busfahrer weisen die Fahrgäste klar daraufhin, ihren Müll nicht im Bus zu lassen, weil die Fahrer keine Zeit haben den Innenraum zu reinigen. Während den Fahrten von teilweise über zehn Stunden entsteht eine Menge Müll, der so auf den Straßen rund um den Bahnhof landet.

"Schmuddelig und nicht schön"

„Seitdem die Fernbusse an der Südseite halten, hat sich die Masse an Müll deutlich erhöht“, bestätigt FES-Pressesprecher Michael Werner. Die Mitarbeiter reinigen deshalb verstärkt die Südseite, mindestens dreimal täglich. Doch auch das reicht nicht aus. „Der Platz ist schmuddelig und einfach nicht schön“, stellt Werner klar. Auch die Anwohner seien über die Situation empört. Die FES will deshalb in Zukunft das Fernbus-Unternehmen in die Pflicht nehmen: „Eine Möglichkeit wäre, eine größere Mülltonne aufzustellen, die mit einem Schlüssel nur für die Busfahrer zugänglich ist, damit sie dort den Müll aus den Bussen entsorgen können.“

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Doch die fusionierten Unternehmen Flixbus und MeinFernbus verfügen nach eigenen Angaben nur über eine „beschränkte Handhabe.“ Das Problem sei allerdings bekannt, so Pressesprecherin Marie Gloystein. Die Lösung erhofft sich das Unternehmen mit der Fertigstellung des neuen Busbahnhofs bis Ende des Jahres. An gleicher Stelle, wo jetzt nur Schilder auf die Haltestellen hinweisen, soll auf dem jetzigen Parkplatz der Busbahnhof und ein Parkhaus mit Fahrradstellplätzen entstehen.

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