In Frankfurter Drogenbericht aufgenommen

E-Zigarette ist viel gefährlicher als angenommen

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Genuss statt Reue: Viele Raucher sind der Überzeugung, dass E-Zigaretten ungefährlich seien. Experten sind da anderer Meinung.
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Region Rhein-Main – Die E-Zigarette hat ihren Siegeszug angetreten. Doch offenbar ist sie nicht so ungefährlich, wie die Industrie behauptet. Die Uni Frankfurt nimmt die neue Art des Rauchens nun sogar in ihren aktuellen Drogenbericht auf. Von Christian Reinartz

Internist Dr. Siegmund Drexler geht noch weiter: „Die E-Zigarette ist das Methadon der Raucher.“

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Glaubt man der Industrie, ist das Rauchen ja gar kein Rauchen, sondern eher ein Dampfen. Die E-Zigarette hat längst ihren Siegeszug angetreten. Nie liefen mehr Jugendliche mit den länglichen Verdampfern herum. Die Zahl der E-Raucher steigt ständig. Nicht zuletzt deshalb, weil die Industrie die E-Zigarette als ungefährliche Alternative zur Zigarette etablieren will. Und das auch fast schon geschafft hat. „Die Leute sind viel zu gutgläubig“, sagt Dr. Siegmund Drexler. Der Internist und Kardiologe ist auch Drogenbeauftragter der Hessischen Ärztekammer. Er stellt klar: „Die E-Zigarette verhält sich zur herkömmlichen Zigarette wie Methadon zu Heroin.“ Wer auf die neue Methode des Rauchens umschwenke, ersetze nur eine Sucht gegen eine andere.

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 "E-Zigarette dampf ab!"

Und dass die E-Zigarette unschädlich ist, bezweifeln mittlerweile zahlreiche Mediziner. „Wir haben Hinweise darauf, dass die inhalierten Chemikalien die Lunge schädigen und zu Gefäßkontraktionen im Gehirn führen können“, sagt Drexler. Trotzdem brächten die Hersteller die E-Zigaretten massenhaft unter die Leute. „Ohne, dass da einer was über die Langzeitfolgen weiß.“

Animiert E-Zigarette junge Menschen mit dem Rauchen anzufangen?

Auch an der Uni Frankfurt nimmt man die drohende Gefahr durch E-Zigaretten offenbar ernst. Bernd Werse vom Centre for Drug Research verrät: „Wir haben wegen der aktuellen Entwicklung zum ersten Mal die E-Zigaretten in unseren Jahresbericht aufgenommen.“ Dieser wird voraussichtlich im Lauf der nächsten Wochen erscheinen. Ob die E-Zigaretten gefährlich seien, wolle er aber nicht bewerten. „Es ist ja auch immer die Frage, ob jemand von der echten Zigarette auf das E-Modell umschwenkt, oder ob die E-Zigarette jüngere Nichtraucher dazu animiert, mit dem Rauchen anzufangen“, sagt Werse.

Davon, dass die E-Zigarette vor allem Jugendliche in die Nikotinabhängigkeit führen kann, ist Dr. Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg überzeugt. „Schon jetzt haben 35 Prozent aller Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren bereits die E-Zigarette und E-Shishas probiert.“

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Und ihrer Auffassung nach ist die Wirkung auf den Körper gesundheitlich bedenklich: „Mit jedem Zug inhaliert der Konsument ein Chemikaliengemisch aus Propylenglykol und Glyzerin, Aromen und zumeist Nikotin. Das Aerosol einiger untersuchter E-Zigaretten enthält Kanzerogene. Zwar ist die Menge der Kanzerogene gering, doch gibt es für Kanzerogengemische keinen Schwellenwert für Unbedenklichkeit. Daher kann, insbesondere bei hohem Dauerkonsum, eine Krebsgefährdung nicht ausgeschlossen werden.“

Christian Reinartz

Christian Reinartz

E-Mail:christian.reinartz@extratipp.com

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