Frankfurter Autofahrerfrust: Teure Umwege statt schneller Anschluss

+
Die gesperrte Anschlussstelle Bonames.

Frankfurt – Seit 2005 ist die Autobahn-Anschlussstelle Frankfurt-Bonames geschlossen. Viele Autofahrer aus angrenzenden Stadtteilen wünschen sich die Wiedereröffnung – auch aus ökologischen Gesichtspunkten. Doch das Bundesverkehrsministerium und die Stadt werden sich nicht einig. Von Norman Körtge

Es ist ökonomischer und ökologischer Irrsinn“, sagt Werner Waniek, Sprecher der Bürgerinitiative „Am Bügel“ im Ben-Gurion-Ring. Alle reden vom Benzin sparen und CO2-Ausstoß reduzieren, aber im Frankfurter Norden würden Politiker dieses Bestreben verhindern. Bereits seit Jahren.

Denn seit 2005 die Anschlussstelle Bonames an der A 661 geschlossen ist, müssten viele Autofahrer aus Bonames, Kalbach, Harheim die Ab- und Auffahrt Nieder-Eschbach nutzen. Das bedeutet durch die mehr gefahrenen Kilometer einen gestiegenen Benzinverbrauch und auch einen höheren CO2-Ausstoß. Außerdem habe dadurch das Verkehrsaufkommen im Ben-Gurion-Ring, auf der Bad Homburger Landstraße und der Berner Straße stark zugenommen, wie Werner Waniek und seine Mitstreiter berichten.

Bürgerinitiative und Ortsbeirat warten auf Stadt und Bundesverkehrsministerium

In den Ortsbeiräten ist die geschlossene Anschlussstelle immer wieder Thema. „Es heißt, dass es in der Prüfung ist“, sagt Robert Lange, Vorsitzender des Ortsbeirates 10. Da mehrere Behörden in dem Verfahren mitmischen, sei es wohl nicht einfach, zu einem Ergebnis zu kommen, meint Lange.„Die Stadt Frankfurt forciert das Verfahren“, bestätigt Ingmar Bolle, Sprecher von Verkehrsdezernent Lutz Sikorski. Aber das Bundesverkehrsministerium habe immer wieder Verkehrszählungen und neue Prüfungen angefordert, berichtet Bolle. Die Stadt sei dem nachgekommen. Deshalb ist nun das Ministerium am Zuge. Bolle hofft, dass es unter Verkehrsminister Peter Ramsauer zu einer Lösung kommt. Unter Ramsauers Vorgänger Wolfgang Tiefensee jedenfalls, sei alles sehr schleppend gewesen.

Anschlussöffnung bringe keine Verbesserung

Doch auch mit dem neuen Mann in Deutschlands oberster Verkehrsbehörde mahlen die Mühlen der Bürokratie langsam. Ingo Strater, Sprecher im Bunndesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Berlin, verweist auf den Planfeststellungsbeschluss zur Anschlussstelle Nieder-Eschbach vom 17. April 1996: „Darin war die Schließung der Abfahrt Bonames im Ausgleichskonzept als Auflage enthalten.

Viele Wege führen zur Autobahn, nur nicht dieser: Seit fünf Jahren können Autofahrer nicht vom Oberen Kalbacher Weg auf die A661.

Stattdessen verweist Ingo Strater auf die Stadt Frankfurt und die hessische Straßenbauverwaltung. „In deren kombinierten Verkehrsuntersuchung und Machbarkeitsstudie wurde festgestellt“, so Starter „dass eine Wiederinbetriebnahme keine Verbesserung der Verkehrsqualität bewirken würde.“ Deshalb liege die Priorität auf dem sechsstreifigen Ausbau der A 661 von der Anschlussstelle Eckenheim bis zum Autobahnkreuz Bad Homburg. Ob auf diese ausgebauten Fahrbahnen jemals Autos von Bonames direkt auffahren werden, ist äußerst fraglich. Straters Aussagen zufolge, prüfe die hessische Straßenbauverwaltung derzeit lediglich Lösungsansätze eines Zwischenausbaus, „der eine verträgliche und verkehrssichere Öffnung ermögliche.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare