Zu wenig Parkplätze in Bornheim

Parkplatzmangel in Bornheim verschärft sich

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In Bornheim reihen sich die Autos aneinander: Anwohner nehmen es auch in Kauf, abgeschleppt zu werden.
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Frankfurt – Die Parkplatz-Not in Frankfurt ist ein bekanntes Problem. Vor allem in Bornheim kämpfen Autofahrer um jeden Meter. Sie parken gnadenlos Feuerwehrzufahrten, Einfahrten und Behindertenparkplätze zu. Obwohl Parkplätze fehlen, gibt die Stadt unbegrenzt Bewohnerparkausweise aus. Von Angelika Pöppel

Wenn man böse sein will, hat nur die Stadt Frankfurt was von den Bewohnerparkausweisen“, sagt Bornheims Ortsvorsteher Bodo Pfaff-Greiffenhagen. Auch mit einem Ausweis bekommen Anwohner keinen Parkplatz, weil es zu wenig gibt. Doch die Stadt gibt weiterhin Bewohnerparkausweise für zwei Jahre aus und verlangt dafür 50 Euro. „Es gibt keine Grenze für die Ausgabe“, sagt Ralf Rohr vom Ordnungsamt und fügt hinzu „darüber muss sich die Politik Gedanken machen.“ Eine Lösung gebe es nicht, sagt der Ortsvorsteher. Der Platz fehlt. Statistisch besitzt grob jeder zweite Frankfurter ein Auto. Allein in Bornheim bräuchten jeden Abend über 13.500 Autos einen Platz.

Autofahrer parken immer dreister

Und deshalb parken Fahrer immer dreister, weiß Angela Dentz, Chefin des gleichnamigen Abschleppdienstes. „Autofahrer stellen sich gnadenlos auf Gehwege, zu nah an Zebrastreifen und in Einfahrten. Wenn die Stadt alles abschleppen lassen würde, hätten wir 5000 Fälle im Monat, jetzt sind es 700 bis 800“, sagt Dentz, die hauptsächlich für Bornheim und das Ostend beauftragt wird. Immer mehr Parkplätze gehen durch große Plätze oder Umbauten verloren, sagt Dentz und fügt hinzu: „Wo sollen die Bewohner auch mit ihren Autos hin?“ Allein bis September diesen Jahres schrieb die Polizei bei Kontrollen 550.000 Knöllchen und nahm dabei rund 7,9 Millionen Euro ein, so Rainer Michaelis vom Straßenverkehrsamt.

"Jeden zweiten Tag parkt Auto in der Einfahrt"

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Jeden zweiten Tag steht ein Auto quer in meiner Einfahrt“, sagt Anwohner und Vermieter Kilian Bumiller. Das große Gastronomie-Angebot führe dazu, dass immer mehr Flächen als Ladezonen ausgezeichnet werden. Außerdem entstehen immer mehr Fahrradparkplätze, sagt Bumiller. Dadurch gebe es immer weniger Parkplätze. Deshalb fordert der Bornheimer mehr Tiefgaragen.

Zwar entstanden durch den Bau der Quartiersgarage unter dem Bethanien-Krankenhaus 180 Parkplätze, doch diese kosten 80 bis 100 Euro im Monat und sind „nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.“ Der Ortsvorsteher hält den Bau der Garage für eine gute Investition, doch müsse es viel mehr davon geben: „Das Parkhaus ist bereits brechend voll.“ Geplant ist eine weitere Tiefgarage unter der TG Bornheim mit 212 Stellplätzen. „Es ist ein Versuch der Situation Herr zu werden, aber das wird auch nicht reichen“, sagt Pfaff-Greiffenhagen.

Angelika Pöppel

Angelika Pöppel

E-Mail:angelika.poeppel@extratipp.com

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