Fremder belästigt Grundschulkinder

Kinder im Nordend angesprochen: Wer ist der Perverse?

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Die Angst läuft mit: Im Frankfurter Nordend sind mehrere Kinder angesprochen worden.

Frankfurt – Die Angst geht um im Frankfurter Nordend . Wiederholt hat ein Fremder Grundschulkinder auf dem Schulweg angesprochen und versucht, sie zum Mitgehen zu bewegen. Von Christian Reinartz

Während Polizei und Schule am liebsten jede öffentliche Diskussion unterbinden würden, ruft der EXTRA TIPP seine Leser zur Wachsamkeit auf und fragt: Wer ist der Perverse?.

Es sind mehrere Fälle, die alle einander gleichen. Immer spricht ein fremder Mann Kinder auf dem Weg in ihre Grundschule an, will sie zu sich locken. Ende Januar will ein Unbekannter einem Mädchen an der Bornheimer Landstraße seine Meerschweinchen zeigen und sie dann zur Schule bringen. Doch das Mädchen geht nicht darauf ein, sucht das Weite und erzählt ihren Eltern von dem Vorfall. Vier Wochen später dann der nächste Übergriff. In der Günthersburgallee will ein Mann eine Erstklässlerin überzeugen, mit ihm zu gehen. Doch auch sie reagiert nicht auf den Perversen.

Aufmerksamer Passant verhindert Schlimmeres

Bei einem weiteren Annäherungsversuch geht der Mann noch weiter. Er drängelt sich zwischen zwei Schulmädchen, versucht eine der beiden anzufassen. Doch die fangen an zu schreien. Die Rettung: Ein Passant wird aufmerksam und kann den Mann vertreiben.

Bei der Polizei hält man sich bedeckt. „Es ist ja niemand zu Schaden gekommen“, sagt Pressesprecherin Isabell Neumann. Anzeigen habe es auch keine gegeben. Dennoch nimmt man die Vorfälle offenbar ernst, denn es wird ermittelt.

Auch an der Merianschule, die zwei der Opfer besuchen, versucht man, den Fällen keine Öffentlichkeit zu geben. Die Begründung: „Wir wollen nicht, dass unter den Schülern und Eltern jetzt Panik ausbricht“, heißt es im Lehrerzimmer. „Außerdem ist bisher kein Kind zu Schaden gekommen.“

Dennoch laufen hinter den Kulissen die Maßnahmen auf Hochtouren. Schon mehrere Infoveranstaltungen für die Eltern haben die Nordendschulen organisiert. Mit der Polizei ist man offenbar in stetigem Austausch. „Und wir klären die Schüler auf, etwa mit einem Theaterstück“, gibt man sich an der Schule optimistisch. Präventivmaßnahmen seien jetzt das wichtigste.

Augen offen halten

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Unter den Eltern haben sich die Vorfälle längst herumgesprochen, dort herrscht Angst. Nicht umsonst verstopfen die Eltern nun mit ihren Autos bei Schulschluss die Straßen vor den betroffenen Schulen. „Ist doch klar, dass ich jetzt auch meine Kinder abhole, bevor was passiert“, sagt eine besorgte Mutter. Eine andere, die ihre beiden Kinder vor der Merian-Schule aufliest, macht ihrem Ärger Luft. „Ich kann nicht verstehen, dass man das unter der Decke halten will. Es wäre doch besser, wenn alle Bescheid wüssten und die Augen aufhalten würden.“ Sie ist der Auffassung, dass die Kinder sowieso schon alle wissen, was passiert ist. Auch andere sind über die zurückhaltende Reaktion von Polizei und Schule verärgert. So habe in einem Informationsschreiben der Schulleitung an die Eltern zur Beruhigung gestanden, dass die Kriminalpolizei sicher sei, dass es keinen Grund zur Besorgnis gebe. In den letzten 20 Jahren habe es in der Gegend keinen Entführungsfall gegeben. „Das ist sowas von daneben“, sagt die Mutter, die ihren Namen nicht nennen will. „Ich sage ja auch nicht, das es nicht gefährlich ist über rot zu laufen, nur weil’s ein paar Jahre gutgegangen ist.“

Wer Hinweise hat, kann diese jeder Polizeidienststelle melden.

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