Jetzt wird‘s eng: Kein Platz für Flüchtlinge

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Hessen sucht nach privaten Wohnungen für Flüchtlinge, damit wieder Platz in den Unterkünften ist.

Region Rhein-Main – In Syrien brodelt es, der Bürgerkrieg findet täglich seine Opfer. Immer mehr Menschen versuchen zu entkommen. Aber auch in Ländern wie Afghanistan, Irak, Iran oder Eritrea bleibt die Lage angespannt. Das hat Folgen, die sich auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg bemerkbar machen. Von Angelika Pöppel

In den letzten Wochen sind die Zahlen explodiert“, sagt Thomas Koch, Leiter des Amtes für Zuwanderer und Flüchtlinge im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Allein in den vergangenen zwei Monaten kamen 93 neue Flüchtlinge in den Landkreis. „Die Unterkünfte sind alle belegt“, sagt Koch. Allein im September lebten in den Unterkünften in Alsbach, Eppertshausen, Groß-Zimmern, Pfungstadt, Roßdorf, Groß-Umstadt und Babenhausen insgesamt über 600 Flüchtlinge. Und es werden noch mehr.

Der Wohnungsmarkt ist generell eng. Auch wenn die Asylbewerber fähig sind alleine zu wohnen, müssen sie in den Unterkünften bleiben. „Besonders Alleinstehende haben es schwer. Denn es gibt wenig preiswerte kleine Wohnungen. Unter Umständen warten sie bis zu sieben Jahren“, erklärt der Amtsleiter. Andere Flüchtlinge verlassen die Einrichtungen bereits nach drei bis fünf Monaten. Auch die hessische Erstunterkunft für Flüchtlinge in Gießen ist komplett überfüllt. „Heute Nacht kamen allein 68 Flüchtlinge an“, sagte Gabriele Fischer vom Regierungspräsidium Gießen am Montag.

Die meisten seien aus Serbien und Afghanistan. Die Unterkunft ist für rund 430 Asylbewerber ausgerichtet. Vergangene Woche waren es bereits 750. Viele mussten in Hotels und Zelten untergebracht werden. Zum Vergleich: 2011 kamen rund 2500 mehr Flüchtlinge als im vorherigen Jahr. Dieses Jahr sollen es wieder mehr werden. „Gerade vor Weihnachten kommen noch mehr Flüchtlinge“, heißt es beim Regierungspräsidium in Darmstadt. Deshalb appelliert Koch an die Vermieter in ganz Hessen: „Wir suchen leerstehende Gebäuden und Wohnungen für Flüchtlingsfamilien. Damit wieder Platz in den Unterkünften ist.“

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