Flashmob an der Hauptwache: Werfen sie bald mit Eiern?

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Nach dem Flashmob war der Boden weiß.

Frankfurt – Die weißen Federn wirbeln durch die Luft. Wie Schnee bedecken sie nach wenigen Minuten den Boden an der Hauptwache: Das, was sich dort vor einer Woche ereignet hat, nennt sich Flashmob und hat den einzigen Zweck, Spaß zu machen. Für die Mitarbeiter der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) bedeutete dieser Spaß aber vor allem eines: Arbeit. Gezahlt hat die der Steuerzahler. Die FES ist stinksauer über die Spontan-Aktion. Von Jennifer Dreher

„Die FES fand die Aktion überhaupt nicht spaßig, das war eine einzige Sauerei. Wir würden die Verursacher gerne zur Kasse bitten, wenn wir sie ermitteln können“, äußert sich FES-Sprecher Michael Werner. Und er legt nach: „Warum kommen die Flashmobber nicht mal auf die Idee, zum Beispiel mit 1000 Leuten die Hauptwache mit der Zahnbürste zu putzen?“ Klare Worte findet er dafür, was er von der riesigen Kissenschlacht, die eine große Sauerei gab, hält: „Die FES hält von Aktionen, die voll zu Lasten der Stadtsauberkeit gehen und auf dem Rücken unserer Mitarbeiter ausgetragen werden, gar nichts. Das war einfach nur blöd!“ Er fordert, dass die Teilnehmer solcher Flashmobs ihren Müll nach der Aktion wegräumen.

Beim Eierwerfen wären die Grenzen überschritten

Auf diesem Bild hat die große Kissenschlacht gerade begonnen.

Und auch bei der Stabstelle Sauberes Frankfurt sieht man Flashmobs, die Müll verursachen, kritisch. „Wenn bei einem Flash-Mob mit Eiern geworfen wird oder es darum geht, wer am weitesten pinkelt, da würde bei mir der Spaß aufhören“, sagt Leiter Peter Postleb. Von Fall zu Fall würde die Stadt abwägen, ob und wie sie gegen die Teilnehmer eines Flashmobs vorgeht. Bei der Kissenschlacht hätte jeder Teilnehmer mit einer Strafe von 35 bis 50 Euro belegt werden können.
Doch man habe sich, so Postleb, am Samstag gemeinsam mit der Polizei dazu entschieden, die Kissenschlacht mit 300 Leuten nicht zu stoppen. „Das hätte sonst zur Eskalation führen können“, mutmaßt Postleb. Und schließlich sei die Aktion nach nur drei Minuten beendet gewesen. Zu dem Flashmob verabredet hatten sich die Teilnehmer in Internet-Foren. Und davon haben die Frankfurter offenbar noch nicht genug. Beim nächsten Flashmob wird es nass: Zu einer Wasserschlacht an der Alten Oper wird auf einer Webseite aufgerufen.
„Da es ein spontanes Treffen ohne Veranstalter ist, kann die Stadt den Flashmob nicht verhindern“, sagt Melanie Papst vom Frankfurter Dezernat für Ordnung. Trotzdem behalte die Polizei solche Aktionen im Blick.

Das ist ein Flashmob

Der Begriff Flashmob bezeichnet einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen Plätzen, bei dem sich die Teilnehmer nicht kennen und ungewöhnliche Dinge tun. Flashmobs formieren sich über das Internet und Handys. Sie verfolgen keine politischen oder sonstigen Ziele.

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