Flaschenkonzert im Wohngebiet

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Die rostigen Krachmacher rauben ihr die Ruhe.

Frankfurt – Klirr, krrkkksch, klirr: Weil Passanten Tag und Nacht ihre Glasflaschen in einen Altglascontainer im Merziger Weg schmeißen, sind die Anwohner in Schwanheim von dem ständigen Lärm genervt. Sie fordern: „Stellt das laute Müll-Ding endlich weg!“. Von Mareike Palmy

Martina Buch ist verärgert. Die Frankfurterin wohnt mit ihrer Familie unmittelbar neben dem Altglascontainer in der Rheinlandstraße auf Höhe des Merziger Weges. Bis spät in die Nacht entsorgen Passanten ihre gebrauchtenFlaschen in und um die fünf Altglascontainer. Auch die verrosteten Klappen der Kleiderspende-Container quietschen jeden Tag um die Wette. An die Einwurfzeiten hält sich niemand: „Egal ob Sonntagmorgen oder mitten in der Nacht, niemanden interessiert, dass spätestens um 19 Uhr Feierabend sein sollte. Beim Einwerfen lassen die meisten dann noch den Motor vom Wagen laufen“, klagt Martina Buch.

Martina Buch entsorgt das Altglas in den Containern vor ihrer Haustür.

Regelmäßig werde sie und ihrer Familie am Einschlafen gehindert, nach wenigen Minuten bereits wieder aufgeweckt oder durch den Lärm aus dem Schlaf geschreckt. Denn die verschiedenen Container erfreuen sich einer äußerst regen Nutzung. Zudem sind die neun Container noch aus Metall und verstärken so den Lärm beim Einwurf noch.„Es ist wirklich unzumutbar. Seit über zehn Jahren hören wir Anwohner das jetzt mit an. Und langsam langt’s. Die Container sollen weg“, sagt Buch.

Schließlich schafft so ein Altglascontainer in Benutzung auf nur zehn Meter Entfernung bereits zwischen 65 und 85 Dezibel. Doch der Lärm ist nicht das einzige Problem. Auch Müll, Scherben und vor allem Ratten und Wildschweine versammeln sich immer wieder um die Entsorgungsstation mitten im Schwanheimer Wohngebiet. „Die Leute entsorgen ihr Glas und lassen die mitgebrachten Tüten oder Kisten einfach hier liegen. Alles verdreckt, verklebt und es sieht asozial aus“, so Martina Buch. Derselben Meinung ist ihr Nachbar Heinz Müller. Der Schichtarbeiter stört sich vor allem an der Rücksichtslosigkeit der Leute und dem ganzen Dreck: „Ob Sonn- oder Feiertag. Da hält sich niemand an die Einwurfzeiten. In meinem Vorgarten liegen zudem ständig alte, zerrissene Klamotten rum. Ich habe mich schon oft beim Roten Kreuz beschwert, aber das bringt nix“, so der 49-Jährige.

Mittlerweile ist das Container-Problem vor dem zuständigen Ortsbeirat gelandet. Hier soll geprüft werden, ob nicht ein anderer Standort für die Container gefunden werden kann.

„Lärm bei der Altglasentsorgung ist immer mal wieder ein Thema. Eigentlich sind die Einwurfzeiten gut sichtbar an den Containern angebracht. Leider gibt es viele Unverbesserliche, die sich nicht an diese Zeiten halten“, weiß Michael Werner von derFrankfurter Entsorgungs- und Service GmbH. Ob die Altglascontainer ihren Standort wechseln, liegt nicht in Werners Hand. Aber er verspricht: „Die zuständige Firma Veolia hat zugesagt, die alten Behälter in der nächsten Woche gegen neue, schallgedämpfte Container auszutauschen. Es wird also ein bisschen leiser am Merziger Weg.“

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