Fiese Gewaltfilme auf Schülerhandys: Plötzlich fliegt einem der Kopf weg!

Von Norman Körtgebr /Offenbach/Rodgau - Brutale Morde, Enthauptungen, Pornoszenen oder ein mieser Schlägerüberfall auf wehrlose Opfer - die Filmchen sind widerlich.

Zu finden sind die gewalttätigen "Snuff"- und "Happy Slapping"-Videos ("fröhliches Schlagen") häufig auf Schülerhandys.br /"Die Jugendlichen haben oft gar kein Unrechtsbewusstsein", berichtet Polizeihauptkommissar Michael Schmitter, Jugendkoordinator beim Polizeipräsidium Südosthessen. Die Szenen würden oft nicht mehr als Gewaltakte angesehen, die Opfer nicht mehr als Opfer wahrgenommen.br /Strafbar wird es vor allem dann, wenn die Filme nicht nur aus einschlägigen Internetportalen runter geladen werden, sondern mit den Foto-Video-Handys selber gedreht werden. "Dass kann etwa die heimlich aufgenommene Lehrerin in der Sportumkleide sein," weiß Schmitter. Das Video landet dann auch schnell im Internet. Die Demütigung für den Geschädigten ist groß. Er kann Anzeige erstatten.br /Brutaler ist die "Happy Slapping"-Attacke bei der willkürlich Passanten angegriffen und gefilmt werden. Opfer können aber auch Mitschüler sein. Fünf Fälle im Landkreis Offenbach seit 2005 sind aktenkundig. Die Dunkelziffer ist hoch, meint Schmitter.br /"Viele Eltern und Lehrer wissen gar nicht, was die Handys ihrer Kinder oder Schüler können", sagt der Polizeihauptkommissar: "Die Kids sind da haushoch überlegen." Deshalb müssen sich die Erwachsenen mit der Technik auseinandersetzen. Und gegebenenfalls auch die Handys kontrollieren. "Sie haben einen Erziehungsauftrag", betont Schmitter.br /Eine Infoveranstaltung zum Thema "Gewalt auf Schülerhandys" mit Polizeihauptkommissar Michael Schmitter findet am Montag, 24. September, um 19 Uhr im Sozialzentrum Nieder-Roden, Puiseauxplatz 3 statt. Schmitter ist zudem telefonisch für weitere Informationen erreichbar unter Tel.:  06103/506

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