Neue Militär-Technik lässt Temposünder im Dunkeln

Fiese Blitzer schnappen zu

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Ein Schattenblitzer.

Frankfurt – Sie sind klein, unauffällig und lösen keinen sichtbaren Blitz aus. Sogenannte Schatten- oder Schwarzblitzer arbeiten mit Infrarottechnik und sind die neue Waffe gegen Temposünder. In erster Linie sollen diese neuen Geräte den Verkehr besser vor Auffahrunfällen schützen. Der Nebeneffekt: Sie füllen die Kassen der Städte und Gemeinden. Von Andreas Einbock

Bisher sind erst acht Tunnel in Deutschland bekannt, wo dieses aus dem Militärbereich stammende „BlackFlash“-System eingesetzt wird. Doch sollten sich die Erfolgsquoten dieser ersten Stationen rumsprechen, dürfte die Zahl rasant steigen.

In Bayern wurde das System erstmals im Anfang 2008 eröffneten Tunnel Aubing an der A99 eingeführt. In der ersten Woche wurden 2500 Verkehrssünder erwischt. Satte 10.051 Verwarngelder, 894 Bußgelder und 202 Fahrverbote gingen dem Düsseldorfer Ordnungsamt seit dem 1. Oktober durch die neue Blitzeranlage im Rheinufertunnel ins Netz. Bei diesen Dimensionen sind die Investitionen von bis zu 400.000 Euro pro Messstelle schnell wieder drin.

Auf diese Rechnung setzt auch der einzige Hersteller dieser Anlagen in Deutschland, der seine Geräte bereits seit 2004 anbietet. „Inzwischen sind unsere Geräte an 50 Orten in Deutschland im Einsatz. In diesen Jahr stieg die Nachfrage deutlich an“, sagt Michael Gewohn, Vertriebsmitarbeiter von Robot Visual System aus Monheim. Und der Bedarf ist noch längst nicht gedeckt. Über 300 Autotunnel gibt es in Deutschland. „Uns liegen derzeit noch einige sehr interessante Anfragen vor allem aus den den südlichen Bundesländern vor“, sagt Gewohn ohne genauere Angaben machen zu können.

Zur Installation der neuen Blitzer wird oft der ADAC als Mediator eingeschaltet. Verkehrsexperte Jochen Nowicki kennt die Bedenken: „Man bekommt ein bisschen das Gefühl, das man überwacht wird, weil man nicht bemerkt, wenn man geblitzt wurde. Aber im Gegenzug erreichen wir oft, das extra Schilder aufgestellt und die Höchstgeschwindigkeit raufgesetzt wird.

In Offenbach hat man von der neuen Möglichkeit der Tempoüberwachung noch nichts gehört. Doch während Peter Weigand vom Ordnungsamt Offenbach diese Geräte nicht kennt, sind Schattenblitzer seinen Kollegen in Frankfurt sehr wohl ein Begriff. „Wenn es der Verkehrssicherheit dient, dann ist das natürlich auch für uns interessant“, sagt Rainer Michaelis, Leiter des Straßenverkehrsamtes. Konkreter wird sein Mitarbeiter Reinhard Lange: „Inzwischen sind die Geräte nicht nur an Tunnel oder gleichbleibende Lichtverhältnisse gebunden.“ Wann die ersten Geräte in Frankfurt zum Einsatz kommen werden, ließ aber auch er offen.

Hier schnappen die Blitzer-Fallen zu:

- Rheinufertunnel      (Düsseldorf, NRW)   

- Ostwestfalentunnel       (Bielefeld, NRW)   

- Grotztunnel       (Bissingen, BaWü)   

- Lobdeburg-Tunnel      (Jena, Th)   

- Rennstein-Tunnel      (Oberhof, Th)   

- Tunnel Britz     (Britz, B)   

- Richard-Strauss-Tunnel      (München, Bay)   

- Tunnel Aubing      (München, Bay)

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